Auch Kurse deutscher Banken beflügelt
Übernahmespekulation treibt Societe-Generale-Aktie

Die Papiere der französischen Bank Societe Generale sind am Freitag in der Spitze um mehr als acht Prozent auf ein Rekordhoch von 156,62 Euro geklettert. Händler sagten, es hielten sich hartnäckig Gerüchte, dass die italienische Großbank und HVB-Mutter Unicredit an den Franzosen interessiert seien. Beide Institute lehnten einen Kommentar ab.

HB LONDON. Der Übernahmepoker um ABN Amro hat in der Branche die Spekulationen über eine neue Konsolidierungswelle angefacht. Die Aktien von Societe Generale waren der größte Gewinner im französischen Leitindex. Seit Anfang April sind die Titel um knapp 19 Prozent gestiegen.

Derzeit gibt es nach Informationen des Handelsblatts aus Finanzkreisen Gespräche zwischen Unicredit-CEO Alessandro Profumo und dem Societe-Generale-CEO Daniel Bouton. Profumo wollte die Gerüchte nicht kommentieren. Analysten und Beobachter haten es für durchaus sinnvoll, dass beide Banken sich zusammen tun und damit einen europäischen Riesen mit Heimatmärkten in Frankreich, Italien, Deutschland und Osteuropa schaffen würden. Für eine Fusion spricht neben der guten persönlichen Beziehung von Profumo zu Bouton auch die geografische Ausrichtung der beiden Banken.

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Für Eric Hazart, Analyst des Brokers Exane BNP-Paribas, sind die Italiener die Einzigen, die zur französischen Bank mit Sitz in La Defense passen würden. Denn wegen der Übernahme der deutschen HVB im Jahr 2005 gehört Unicredit in vielen Ländern in Ost- und Südeuropa zu den stärksten Banken und könnte diesen Wachstumsbereich mit der Société Générale ausbauen. Während Unicredit in Polen die größte Bank ist und auch in anderen osteuropäischen Ländern wie der Türkei und Kroatien stark vertreten ist, hat die Société Générale in Osteuropa – vor allem in Tschechien – eine gute Stellung, wo sie einen Marktanteil von rund 15 Prozent hält.

Als Hindernis für eine Fusion gelten Prestige-Fragen wie der Sitz des gemeinsamen Instituts oder die Besetzung der Führungsriege. Es gilt als unwahrscheinlich, dass Profumo oder Bouton sich mit einem Platz in der zweiten Reihe begnügt. Am Börsenwert gemessen ist Unicredit mit mehr als 75 Mrd. Euro eindeutig größer als Société Générale mit knapp 67 Mrd. Euro.

Die Analysten von Credit Suisse gehen davon aus, dass bei einer Fusion Synergien in Höhe von rund zwei Mrd. Euro möglich wären. Sie weisen darauf hin, dass die Franzosen schon jetzt bereit wären für eine Fusion, während Unicredit „noch Zeit braucht, um die Integration der HVB und Bank Austria abzuschließen“.

Auch im Dax wurden Aktien aus dem Banksektor zum Wochenschluss von neuen Phantasien um eine größere Übernahme in Europa beflügelt. Unter anderem kursierten Gerüchte über ein Übernahmeangebot für Societe Generale von Seiten der italienischen Unicredit in den Handelsräumen. Die Aktien der Commerzbank stiegen um vier Prozent auf 36,15 Euro. Titel von Deutscher Bank und Postbank kletterten um vier beziehungsweise 1,7 Prozent. „Es wird eine Konsolidierung in Europa geben, und es sieht so aus, als ob das Barclays -Angebot für ABN Amro der Startschuss gewesen sein könnte“, sagte ein Händler.

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