Aufstieg in den Dax
BaFin untersucht Handel mit Postbank-Aktien

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) fahndet nach Unregelmäßigkeiten beim Handel mit der Postbank-Aktie. Die Behörde habe eine „routinemäßige Prüfung“ der Kursbewegungen der vergangenen Wochen eingeleitet, sagte eine BaFin-Sprecherin.

pot FRANKFURT. Nach Abschluss der Analyse werde entschieden, ob eine formelle Untersuchung eingeleitet werde. Konkrete Hinweise auf Insiderhandel oder Marktmanipulation gebe es noch nicht.

Die Aktie der Bank stand in den vergangenen Wochen im Mittelpunkt des Börsengeschehens. Hintergrund waren Spekulationen über die Aufnahme der Aktie in den Dax sowie diverse Übernahmgerüchte. Die Postbank galt lange Zeit als Kandidatin für die Nachfolge von Schering im Dax. Doch wurden im August relativ wenige Aktien gehandelt. Eine Zeit lang sah es so aus, als ob der vermeintlich sichere Dax-Aufstieg noch scheitern würde. Denn die Umsätze sind neben dem Börsenwert das entscheidende Kriterium für die Zusammensetzung des Börsenbarometers. Und hier hatte plötzlich Merck die besseren Karten.

Doch Ende August schoss das Handelsvolumen in die Höhe. Mittlerweile bestehen praktisch keine Zweifel mehr daran, dass der Arbeitskreis Aktienindex der Frankfurter Börse heute die Postbank zum neuen Dax-Mitglied kürt. Nach Meinung von Finanzkreisen haben vor allem die jüngsten Übernahmespekulationen den Handel mit der Aktie beflügelt. Zunächst wurde die Deutsche Bank als Käufer ins Spiel gebracht. Anfang vergangener Woche wurden als weitere Interessenten die Royal Bank of Scotland sowie die italienischen Unicredit herumgereicht.

Obwohl Postchef Klaus Zumwinkel zwischenzeitlich per Zeitungsinterview betont hatte, die Post werde ihren Anteil an der Postbank „auf absehbare Zeit“ nicht verkaufen, stimulierten die Gerüchte Anleger zu hektischen Aktienkäufen und -verkäufen. Zusätzlich angeheizt wurde die Gerüchteküche durch die Fusion der beiden italienischen Banken Intesa und Sanpaolo. Mittlerweile hat sich zumindest die Deutsche Bank offiziell als nicht interessiert geoutet: Konzernchef Josef Ackermann sagte letzte Woche auf der Handelsblatt-Konferenz „Banken im Umbruch“, er wolle die Postbank nicht.

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