Auktion bei Christie's
Hedgefonds-Manager verkauft Hitler-Statue

Bei einer Auktion von Christie's wurde eine kindergroße Hitlerstatue versteigert. Das Kunstwerk war im Besitz von David Ganek und spielte eine Rekordsumme ein.

New YorkMit dem Titel „Bound to Fail“ (deutsch: zum Scheitern verurteilt) hat das New Yorker Auktionshaus Christie's die diesjährigen Frühjahrsauktionen eröffnet. Der Titel der Auktion spielte dabei auf das zuletzt langsamere Wachstum des Kunstmarkts an. Nichtsdestotrotz gelang es Christie's nach eigenen Angaben am Samstag knapp 78 Millionen Dollar (68 Millionen Euro) einzunehmen. Damit seien die Erlöse am oberen Ende der Erwartungen angekommen.

Während der Auktion kam unter anderem eine Hitler-Statue von Maurizio Cattelan unter den Hammer. Die Skulptur, die Adolf Hitler kniend und mit verschränkten Händen zeigt, ist etwa kindsgroß und wurde aus Wachs, Harz und Menschenhaar gefertigt. Sie trägt den Titel „Him“. Bis zu diesem Wochenende war das 2001 geschaffene Kunstwerk im Besitz des Hedgefonds-Managers David Ganek. Dessen einst vier Milliarden Dollar schwere Fonds Level Global hatte im Zuge eines Insiderskandals im Jahr 2011 geschlossen und Anlegergelder an die Kunden ausgeschüttet.

Mit einem Erlös von 17,2 Millionen US-Dollar (15,1 Millionen Euro) übertraf der Verkaufspreis die Erwartungen der Experten, die den Wert der Skulptur auf zehn bis 15 Millionen US-Dollar (8,8 bis 13,2 Millionen Euro) schätzten. Damit ist „Him“ das teuerste, je bei einer Auktion verkaufte Werk Cattelans. Der bisherige Rekord für eine Arbeit des Künstlers lag bei 7,9 Millionen Dollar (6,9 Millionen Euro). Laut einem Bericht des „Wall Street Journals“ boten mindestens drei Interessenten bis zum Schluss um die Hitler-Statue.

Der italienische Künstler Catellan ist bekannt für seine Skulpturen, mit denen er soziale und historische Tabus erkundet. „Him“ gehört zu seinen berühmtesten Werken. Der Grund dafür: Aus der Ferne sieht die Wachs-und-Harz-Statue aus, als knie ein Junge vor einem Pfarrer. Erst aus der Nähe wird klar, dass es sich bei dem vermeintlichen Jungen um Hitler handelt. Loic Gouzer, Organisator des Verkaufs, erklärt: „Cattelan zieht gerne die Narrenkappe über , so dass er Dinge sehen kann, die wir eigentlich nicht sehen möchten.“

Mit dem Verkauf der Hitler-Statue begann am Sonntagabend eine Auktionswoche in den Auktionshäusern von Christie's und Sotheby's. In den kommenden Tagen werden insbesondere moderne Werke an den Meistbietenden vergeben. Im Rahmen der „Bound to Fail“-Reihe, die insgesamt 39 Arbeiten beinhaltet, wurden zudem weitere Skulpturen verkauft. Eine davon: „One Ball Total Equilibrium Tank“. Das Werk zeigt einen schwerelos erscheinenden Basketball in einer Vitrine mit destilliertem Wasser. Die Skulptur des US-Künstlers Jeff Koons erzielte am Sonntag eine Verkaufssumme von knapp 15,3 Millionen Dollar (13,4 Millionen Euro). Auch sie übertraf damit die Erwartungen, die bei rund zwölf Millionen Dollar gelegen hatten.

Nils Wischmeyer
Nils Wischmeyer
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