Aus dem IT-Händler wurde ein IT-Dienstleister
Umbau bei Arxes sorgt für Kursphantasie

Die Frage, was sich beim Kölner IT-Unternehmen Arxes seit dem Börsengang Anfang 1999 verändert hat, ist schnell beantwortet: alles. Aus dem IT-Händler wurde ein IT-Dienstleister, aus dem Börsenliebling wurde eine Penny Stock, und selbst der Name Arxes lässt nicht mehr erkennen, dass man einst als Hancke & Peter an den Neuen Markt ging.

FRANKFURT/M. Mit den radikalen Umbaumaßnahmen soll in diesem Jahr endlich Schluss sein. Die Anleger haben bereits reagiert. Die Aktie des Unternehmens ist seit ihren Tiefständen im vergangenen Frühjahr bei 0,45 Euro inzwischen bis auf 2,85 Euro geklettert und hat sich damit mehr als versechsfacht.

Das Ende der Aufwärtsbewegung soll damit aber dennoch nicht erreicht sein. „Wir waren damals unter die Wahrnehmungsschwelle gerutscht, sind nun aber wieder voll da“, sagt Gründer und Finanzvorstand Jürgen Peter. Die Analysten glauben daran. „Outperformer“ lautet das Urteil von Felix Ellmann von SES Research. Den fairen Wert der Aktie sieht er bei 3,10 Euro, was eine Steigerung von rund 35 % bedeuten würde.

Vor allem die abgeschlossene Neuausrichtung schürt die Phantasie. Inzwischen macht Arxes rund 70 % seines Umsatzes im Bereich IT-Betrieb. Rund 12 000 Mitarbeiter von Bayer, 7 500 von BMW und 3 000 Mitarbeiter von Roche werden beispielsweise durch die Arxes-Hotline betreut. Die Verträge sind langfristig geschlossen, das Geschäft ist wiederkehrend und gilt unter Analysten als „sicher“. Der Rest kommt aus den Bereichen Projektmanagement und IT-Beratung.

Anleger, die sich zum Ende des laufenden Geschäftsjahres am 30. Juni die Gewinn- und Verlustrechnung ansehen, werden trotz der Aufbruchstimmung zunächst geschockt sein. Der Umsatz wird dann von rund 80,4 Mill. Euro im vergangenen Jahr auf 50 Mill. Euro eingebrochen sein. Dagegen soll das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) nach Schätzungen von Manuel Hölzle und Christoph Schnabel von GBC Research bei 3,16 Mill. Euro liegen, nachdem im Vorjahr das Betriebsergebnis noch ein Minus von 40,77 Mill. Euro aufwies.

Beide Entwicklungen lassen sich einfach erklären: Arxes hat sich vom umsatzstarken, aber margenschwachen Handelsgeschäft getrennt, was zu diesem Umsatzeinbruch führen wird. Auf der Ergebnisseite wurde das vergangene Geschäftsjahr dazu genutzt, die Bilanz zu bereinigen. Hohe Sonderabschreibungen, insbesondere auf Goodwill und durch latente Steuern, waren die Folge.

Für die Analysten ist die Aktie indes weniger wegen hoher Margensteigerungen interessant. Felix Ellmann rechnet auch in Zukunft mit keiner Ebit-Marge, die wesentlich über der Marke von 6,5 % liegen könnte. Vielmehr ist es laut GBC Research die weiterhin niedrige Bewertung mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von knapp 12 für das laufende Jahr, die für Phantasie sorgt. Nach dem Turn Around gebe es nun interessante Kurschancen. Hölzle und Schnabel raten deshalb zum Akkumulieren der Aktie.

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