Ausblick auf die neue Börsenwoche
Dax könnte neue Jahrestiefs testen

Deutlicher geht es kaum: Selbst ein fallender Ölpreis beeindruckt die Börse nicht mehr; Anleger sehen darin eher ein weiteres Krisensignal: Öl ist weniger gefragt, weil die Produktion zurückgeht. Die Finanzkrise und ihre Folgen dürften also auch in der neuen Woche an der Börse den Ton angeben.

HB FRANKFURT. Den Anlegern wird der Sinn kaum nach Aktienkäufen stehen, nachdem der Dax schon in dieser Woche um gut neun Prozent eingebrochen ist und immer neue Hiobsbotschaften die Runde machen. Die sich zuspitzende Lage in der US-Autoindustrie, Gewinnwarnungen, Produktionskürzungen und Stellenabbau bei vielen Firmen sowie die düsteren Konjunkturaussichten schickten die Kurse an den Börsen weltweit auf Talfahrt.

"Ein Ende der Bärenmärkte ist bei weitem noch nicht in Sicht – auch der Dax dürfte neue Jahrestiefs erreichen", sagen die Analysten der Landesbank Berlin. Die Krise im Finanzsektor, die weltweite Wirtschaftsschwäche, anhaltender Druck auf die Unternehmensgewinne und "katastrophale Chartbilder" dürften ihrer Meinung nach für weitere Kursverluste sorgen.

Ende Oktober hatte der deutsche Leitindex bei 4 014 Punkten den tiefsten Stand seit vier Jahren markiert. Am Freitag stieg der Dax bis zum Mittag um 0,5 Prozent auf 4 243 Punkte. Analysten schließen nicht aus, dass es zwischendurch auch immer mal wieder nach oben geht. "Eine Erholungsrally dürfte aber nur von kurzer Dauer sein", prognostiziert Michael Köhler von der LBBW.

"Das Ausmaß der Krise ist erschreckend", stellt Analyst Jörg Rahn von MM Warburg fest. "Dessen werden sich auch die Anleger immer mehr bewusst." Bis Mitte des kommenden Jahres dürften die Konjunkturdaten schlecht bleiben und damit auch die Stimmung, prognostizierte er. "Entscheidend für die Börse wird sein, wann die Stimmung sich verbessert – und das ist noch nicht abzusehen."

"Die gesamtwirtschaftliche Situation bleibt unverändert angespannt", schreiben die Börsenexperten des Stuttgarter Bankhauses Ellwanger & Geiger in ihrer aktuellen "Marktmeinung aus Stuttgart". "Wir sehen auf Basis der aktuellen Zahlen auch in unserer Sechsmonats-Prognose keine Verbesserungsmöglichkeiten"; den Dax sehen sie in einem halben Jahr bei 5 600 Punkten. Die europäischen Länder sind ebenso wie die USA in die Rezession gerutscht; Aktienwerte sehen die Stuttgarter mithin "weit von einem ruhigen Fahrwasser entfernt". Insbesondere die Branchen Bau, Einzelhandel und Logistikbereich wollen die Analysten untergewichten; Pharma, Versicherungen und Versorger schätzen sie indes als robuster ein. "Beim Ölpreis liegt unsere Prognose zwischen 50 und 85 Dollar das Barrel."

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