Ausblick auf die neue Börsenwoche
Öl-Preis und Quartalszahlen dominieren Wall Street

Die Eskalation der Gewalt in Nahost und die neuen Rekordhochs beim Öl-Preis treffen die US-Börsen in der neuen Handelswoche mitten in ihrer Berichtssaison. Damit nicht genug: Der Chef der US-Notenbank Fed, Ben Bernanke, soll am Mittwoch und Donnerstag vor dem Kongress über Geldpolitik sprechen und es werden Zahlen zu den Verbraucher- und Erzeugerpreisen erwartet.

HB NEW YORK. Wie in den vergangenen Wochen wird dabei die Frage der Inflationsentwicklung mit den Folgen für die US-Zinsen beachtet werden. Bei den Unternehmensergebnissen hoffen die Händler auf das 16. Quartal in Folge mit einem Gewinnwachstum im zweistelligen Bereich.

Akut bleibt jedoch die Situation in Nahost. "Die eigentlich Sorge ist dabei gar nicht mal, dass Israel in den Libanon hineingeht", sagte Steve Goldman von Weeden & Co. "Es geht darum, ob Israel Syrien bedrohen wird. Da der Iran Syrien unterstützt, wäre das eine ganz neue Situation. Die Sorge bleibt im Hinterkopf, was es im Moment für die Aktien schwierig macht, sich zu erholen." In der jetzigen Situation würden die Quartalszahlen kaum zur Geltung kommen, sagte Joseph Quinland von Banc of America Capital Management.

Eine Ausweitung des Konflikts oder auch nur die Angst davor könnte den Öl-Preise weiter in Richtung der Marke von 80 Dollar je Barrel treiben. Das würde sich dann auch auf die Benzin-Preise auswirken. Dieses Geld würde den Bürgern an anderer Stelle fehlen, was insbesondere in den USA schwerwiegende Konsequenzen haben könnte: Konsumausgaben machen in der größten Volkswirtschaft der Welt zwei Drittel der Aktivität aus. Vor dem Wochenende hatte der Preis für die umgerechnet etwa 159 Liter mit 78,40 Dollar einen neuen Rekord erreicht.

Der Öl-Preis und die Situation in Nahost hatten die Aktienmärkte am Freitag den dritten Tag in Folge ins Minus gedrückt. Für den Wochenverlauf ergab sich beim Dow Jones ein Minus von drei Prozent. Der S&P 500 fiel auf Wochensicht zwei Prozent und der Nasdaq verzeichnete einen Rückgang von vier Prozent.

Bernanke soll am Mittwoch vor dem Bankenausschuss des US-Senats zum Fed-Halbjahresbericht Stellung nehmen. Die andere Kongress-Kammer, das Repräsentantenhaus, erwartet ihn am Donnerstag. Für die Woche stehen auch die Quartalszahlen von mehreren großen Konzernen an: Microsoft, Johnson & Johnson, Caterpillar, Apple, Google und Intel. Reuters-Schätzungen zufolge könnten die Quartalsgewinne der S&P-500-Unternehmen im Schnitt um fast zehn Prozent steigen.

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