Ausblick
Nervöse Wall Street erwartet

Die US-Aktienmärkte dürften auch in der kommenden Woche anfällig für Hiobsbotschaften aus dem Finanzsektor bleiben. Sollten die großen Geldhäuser neue Kapitalerhöhungen oder Abschreibungen ankündigen, werde es wohl weiter nach unten gehen, sind sich Experten einig. Mit Spannung wird auch die Sitzung der US-Notenbank erwartet.

HB NEW YORK. "Die Finanzindustrie ist eine offene Wunde, die noch immer sehr empfindlich ist", bringt es Paul Nolte von Hinsdale Associates auf den Punkt. Vor allem sei zuletzt deutlich geworden, dass auch die großen Banken die Kreditkrise noch nicht gänzlich verdaut hätten.

Am Mittwoch steht aber zunächst einmal die Zinsentscheidung der US-Notenbank im Mittelpunkt. Zwar wird weithin erwartet, dass die Fed den Leitzins unverändert bei 2,0 Prozent belässt. Der Markt werde sich nach der Erklärung dennoch ein wenig stabilisieren, ist sich Fred Dickson von D.A. Davidson & Co. sicher. Einige Notenbanker hätten sich zuletzt unerwartet kritisch zum schwachen Dollar und der Inflationsgefahr geäußert und das gebe den Marktteilnehmern das Gefühl, die Fed habe alles unter Kontrolle. "Der Markt hat so reagiert, als hätten sie die Zinsen bereits erhöht, dabei haben sie das gar nicht." Für die nächste Fed-Sitzung im August erwarten die meisten Experten dann ohnehin eine Anhebung um 25 Basispunkte..

Für Matt Kaufler von Clover Capital Management ist für die weitere Entwicklung der Indizes auch der Ölpreis entscheidend, der zuletzt vorübergehend bei fast 140 Dollar notierte. In den vergangenen Tagen drückte das deutlich auf die Stimmung an der Wall Street: Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verlor auf Wochensicht 3,8 Prozent und rutschte unter die psychologisch wichtige Marke von 12.000 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index gab im selben Zeitraum 3,1 Prozent ab, der Technologieindex Nasdaq zwei Prozent.

Am Freitag hatten zusätzlich noch Gerüchte über eine bevorstehende Gewinnwarnung der US-Investmentbank Merrill Lynch für Verunsicherung unter den Anlegern gesorgt - einen Tag, nachdem die größte US-Bank Citigroup weitere Wertberichtigungen nicht ausgeschlossen hatte.

Quartalsberichte stehen in der neuen Woche nur wenige an. Am spannendsten sind dabei wohl noch die Bilanzen der beiden Baufirmen Lennar Corp und KB Home, die ihre Zahlen am Mittwoch und Donnerstag vorlegen. Investoren erhoffen sich hier Aufschluss über die Entwicklung am amerikanischen Immobilienmarkt.

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