Ausblick: Verlustängste an der Tokioter Börse

Ausblick
Verlustängste an der Tokioter Börse

Trotz der Umstände wird am Montag an der Börse in Tokio gehandelt. Beobachter gehen davon aus, dass die Kurse weiter fallen werden. Die Behörden hingegen achten besonders auf Manipulationsversuche.
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TokioDie Tokioter Börse und die anderen japanischen Finanzmärkte sollen trotz der Tsunami- und Atomkatastrophe am Montag wie gewohnt öffnen. Der für die Märkte zuständige Minister Shozaburo Jimi erklärte am Sonntag, die Behörden würden besonders auf Versuche von Manipulationen achten. Das gelte vor allem für das Verbot von Leerverkäufen.

Beobachter gehen davon aus, dass der Nikkei-Index in Folge der Katastrophe unter die 1.0000-Punkte-Marke fallen wird. Da die Aktien von Firmen aus allen Branchen unter Verkaufsdruck geraten würden, könne der Nikkei in nächster Zeit sogar unter 9.000 Punkte fallen, sagte Masaru Hamasaki von Toyota Asset Management.

Analysten erwarten, dass die Aktien der Tokyo Electric Power Corporation, dem Besitzer der beschädigten Atomkraftwerke, sowie die der Autobauer und anderer Industrieunternehmen unter die Räder kommen werden. Die drei großen Autohersteller Toyota, Honda und Nissan musste die Produktion einstellen.

„Kurzfristig werden die Märkte fast sicher leiden und die Aktienkurse werden fallen“, sagt Koetsu Aizawa, Wirtschaftsprofessor an der Universität Saitama. Es könne der Eindruck entstehen, dass das angeschlagene Land von dem Beben den entscheidenden Schlag versetzt bekomme.

Die japanische Wirtschaft verlor im vergangenen Jahr den Status als zweitgrößte Wirtschaftsmacht an China. Seit 20 Jahren macht das schwache Wachstum dem Land zu schaffen. Die Staatsverschuldung liegt mittlerweile bei 200 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Die Notenbank will einem Medienbericht zufolge am Montag die Finanzmärkte mit einer Notaktion beruhigen. Dem Geldmarkt sollten mehrere Billionen Yen zur Verfügung gestellt werden, berichtete die Nachrichtenagentur Jiji. Dies sei die erste kurzfristige Operation dieser Art seit Mai vergangenen Jahres.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Nach dem Kobe-Erdbeben 1995 verlor der Markt 20 % innerhalb von 6 Monaten.

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