Ausblick
Wall Street: Bilanzen und Inflationsdaten im Fokus

Neben Quartalszahlen von Börsenschwergewichten stehen kommende Woche an der Wall Street auch Inflationsdaten im Blickpunkt der Anleger. Nach dem handelsfreien "President's Day" beginnt die Börsenwoche für die Anleger erst am Dienstag, wenn Wal-Mart, Home Depot und Hewlett-Packard ihre Bilanzzahlen vorlegen.

HB NEW YORK. Bei der Baumarktkette Home Depot dürften die Investoren ähnlich wie bei dem erst am Freitag berichtenden Rivalen Lowe's das Zahlenwerk daraufhin durchforsten, wie sich die Abkühlung auf dem Immobilienmarkt in den Bilanzen niedergeschlagen hat. Die jüngsten Daten zum US-Wohnungsbau hatten am Markt für Aufregung gesorgt: Im Januar war die Zahl der Wohnungsbaubeginne in den USA um 14,3 Prozent eingebrochen. Es war das stärkste Minus seit Oktober und folgte zwei Monaten mit einem Anstieg der Wohnbaubeginne.

Die US-Börsen hatten am Freitag nahezu unverändert geschlossen, wobei auch die Lage am US-Immobilienmarkt die Kurse belastete. Die Nachricht über eine mögliche Allianz des Autobauers GM mit Chrysler verbreitete allerdings die Hoffnung auf verstärkte Übernahmeaktivitäten bei Unternehmen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss in New York 0,02 Prozent höher bei 12 767 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index notierte 0,09 Prozent tiefer bei 1 455 Punkten. Der Technologie-Index Nasdaq gab 0,03 Prozent auf 2 496 Stellen nach. Damit ergibt sich im Wochenverlauf ein Plus von 1,5 Prozent beim Dow. Der S&P lag 1,2 Prozent und der Nasdaq-Index 1,5 Prozent höher.

Die Händler an der Wall Street werden in der nun zu Ende gehenden Bilanzsaison verstärkt darauf achten, ob auch das vierte Quartal 2006 für die Unternehmen im Standard & Poor's 500 Index wieder Gewinnsprünge im zweistelligen Prozentbereich bringt. Im Durchschnitt wird laut einer von Reuters erhobenen Schätzung mit einem Gewinnanstieg um 10,1 Prozent gerechnet. In die Prognose sind die Zahlen der 373 Unternehmen bereits eingeflossen, die ihre Zahlen vorgelegt haben.

Die US-Wirtschaft könnte trotz der Abkühlung am Immobilienmarkt nach Einschätzung von US-Notenbankchef Ben Bernanke schneller wachsen als bisher angenommen. Grund für den Optimismus seien solide Konjunkturdaten wie die gestiegenen Verbraucherausgaben und das wachsende Einkommen der US-Bürger, erklärte er am Donnerstag. Bernanke hatte die Märkte zuvor bereits auf eine Zinswende in den USA eingestimmt. Die Finanzmärkte rechnen nun bis zum Jahresende fest mit einer Zinssenkung.

Weiteren Aufschluss über die Inflationsentwicklung in den USA erhoffen sich die Anleger nun von den US-Verbraucherpreisen für Januar, die am Mittwoch anstehen. Im Dezember waren die Verbraucherpreise wegen der teureren Energie so stark gestiegen wie seit acht Monaten nicht mehr. Insgesamt zogen die Preise zum Vormonat um 0,5 Prozent an nach einem unveränderten Stand im November. Für die so genannte Kernrate - ohne Energiekosten und andere schwankungsanfällige Bereiche - wurde ein Preisanstieg um 0,2 Prozent zum Vormonat ausgewiesen.

"Die Anleger wollen nun sehen, dass sich die Kernrate im Januar in einer moderaten Spanne bewegt", sagte David Spika, Investment Stratege bei der Westwood Holdings Group in Dallas. Im Durchschnitt erwarten Experten für Januar einen moderaten Anstieg der Verbraucherpreise um 0,1 Prozent - in der Kernrate wird ein Anstieg um 0,2 Prozent prognostiziert.

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