Ausblick Wall Street
Börsianer fürchten böse Überraschungen

Mit einer der größten US-Investmentbanken im Überlebenskampf dürfte sich in der kurzen Börsenwoche vor Ostern das Auf und Ab an den US-Aktienmärkten noch verstärken. Mit Spannung werden die Erklärungen des Finanzhauses zu seiner Geschäftslage erwartet. Doch gebannt blicken die Börsianer vor allem auf die Fed.

HB NEW YORK. Neben Bear Sterns werden drei weitere große Investmenthäuser ihre Quartalszahlen vorlegen. Am Freitag hatte die Fed zusammen mit der Bear-Stearns-Konkurrentin JPMorgan Chase der Bank mit einer Finanzspritze unter die Arme gegriffen. Bear Sterns hatte erklärt, dass sich in den vorangegangenen 24 Stunden die Liquiditätspositionen "signifikant verschlechtert" hätten.

Von noch größerem Interesse für den Markt wird aber die Zinsentscheidung der Fed sein, deren Offenmarktausschuss am Dienstag tagt. Es wird mit einer weiteren Senkung der Leitzinsen gerechnet, möglicherweise um bis zu 100 Basispunkte. Damit könnte die Fed einen kräftigen Impuls in die Wirtschaft senden, die viele Experten inzwischen in einer Rezession sehen.

Interessant dürfte dabei nicht nur die Zinsentscheidung werden, sondern auch die Erklärung der Fed dazu, sagte Hugh Johnson, Chief Investment Officer von Johnson Illington Advisors in Albany, New York.

Wenn die Federal Reserve an diesem Dienstag (18. März) den Leitzins neu justiert, stecken die Währungshüter in der Klemme: Zwar geben ihnen die zahmsten Inflationsdaten seit einem halben Jahr vielleicht Spielraum, den Zins über die erwarteten 0,5 Prozentpunkte hinaus zu stutzen. Darauf hoffen die Märkte. Andererseits könnte ein allzu satter Einschnitt als Gleichgültigkeit der US-Währung gegenüber verstanden werden.

"Die Europäer beklagen sich eifrig über die Dollarschwäche. Aber wollen sie, dass die Federal Reserve die US-Konjunktur ignoriert, um dem Dollar zu helfen? Die Antwort ist nein", sagte Ted Truman vom Peterson-Wirtschaftsinstitut dem "Wall Street Journal". Stutzt die Fed zu zaghaft, prognostiziert der Währungsexperte, könnte die Wirtschaft hinterher noch schwächer dastehen, was die Zinsen noch weiter nach unten treibe und den Druck auf den Dollar erhöhe.

Seite 1:

Börsianer fürchten böse Überraschungen

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%