Ausblick
Wall Street drohen Verluste

Ohne Belege für neue positive Konjunkturimpulse dürfte es in der kommenden Woche für die US-Anleger eng werden. Im Fokus dürften auch die Aussagen der US-Notenbank Fed stehen, die eine Konjunktur-Prognose wagen wird.

HB NEW YORK. Ohne neue Belege für eine wirtschaftliche Trendwende oder zumindest einen optimistischen Ausblick der Fed droht der Wall Street erneut eine trübe Woche. Die Anleger warten deshalb gespannt auf eine Reihe von Konjunkturdaten - unter anderem vom Krisenherd Nummer eins, dem Häusermarkt. "Die Kamikazeflieger, die den Markt drei Monate lang nach oben getrieben haben, pausieren derzeit. Ich will jetzt Beweise sehen, dass es wirklich einen Trend zu einer echten Verbesserung gibt", sagt Cummins Catherwood, Direktor der Investmentgesellschaft Boenning and Scattergood. Die Anleger haben jedoch auch ein Auge auf die Firmenlandschaft, denn mit dem Ende des zweiten Quartals drohen neue Gewinnwarnungen.

Am Freitag hatten die US-Börsen uneinheitlich geschlossen: Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zum Handelsschluss 0,2 Prozent im Minus bei 8539 Punkten. Auf Wochensicht verlor er drei Prozent.

Die US-Notenbank Fed wird bei ihrer am Mittwoch endenden zweitägigen Sitzung nach einhelliger Meinung keine Änderung der Zinsen vornehmen. Investoren warten jedoch gespannt auf den wirtschaftlichen Ausblick der Währungshüter, der möglicherweise auch Rückschlüsse darauf zulässt, wie lange die gegenwärtige Null-Zins-Politik noch andauern wird. "Sie müssen wahrscheinlich einen eindeutigen und glaubwürdigen Hinweis darauf liefern, dass die Zinsen 2009 oder sogar in der ersten Hälfte 2010 nicht mehr erhöht werden", fordert Investment-Stratege John Praveen von Prudential International Investments Advisers.

Sowohl am Dienstag als auch am Mittwoch erwarten die Börsianer neue Daten zum Immobilienmarkt - die Verkäufe bestehender und neuer Häuser. "Wenn die Zahlen gut sind, wird das die Börse nach oben treiben", prognostiziert Janna Sampson von OakBrook Investments. "Es gibt auf jeden Fall die Einschätzung, dass uns der Häusermarkt nach unten getrieben hat und uns deshalb auch wieder hochziehen könnte." Unter anderem stehen in der Woche zudem Daten zu den Industrieaufträgen an.

Viele Anleger richten mittlerweile jedoch ihren Blick auch wieder direkt auf die Firmen. Da sich das zweite Quartal seinem Ende nähert, könnte sich der ein oder andere Konzern dazu veranlasst sehen, einen Vorgeschmack auf seine Zahlen zu liefern. Mit besonderer Spannung warten Börsianer auch auf den Blick nach vorne. "Was den Markt treiben wird, ist der Ausblick auf das dritte Quartal wenn die Firmen die Zahlen für das zweite Vierteljahr vorlegen", sagt Jim Awad von W.P. Steward & Co.

Ein weiterer Faktor für die Börse könnte der Verkauf von US-Staatsanleihen sein. Das Finanzministerium will in dieser Woche Papiere im Wert von insgesamt 104 Mrd. Dollar versteigern. Die Börsianer machen sich Sorgen, dass der Markt angesichts des riesigen Angebots übersättigt werden könnte. Dies würde die Zinsen am Anleihemarkt deutlich nach oben treiben.

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