Ausblick
Wall Street steht vor spannender Woche

Der Wall Street steht eine schwierige Woche bevor. Investmentbanker befürchten, dass sich die Anzeichen für eine weitere Verschlechterung der Wirtschaftslage mehren könnten. Neben anstehenden Konjunkturdaten werden Anleger die Kreditmärkte genau im Auge behalten. Dabei werden sie prüfen, ob die Liquiditäts-Maßnahmen der Notenbank greifen.

HB NEW YORK. Sollte es Hinweise geben, dass die Notenbank-Maßnahmen greifen, wäre dies positiv für das Börsengeschehen, sagte John Praveen von Prudential International Investments Advisers LLC. Doch wenn sich nach dem Beinahe-Zusammenbruch von Bear Stearns auch nur bei einer anderen Bank ein ähnliches Fiasko andeuten sollte, könne dies zu einer rasanten Talfahrt führen. Ein klaren Trend für die kommende Woche gebe es angesichts dieser Gemengelage nicht, sagte Praveen. Die Märkte seien immer noch sehr unbeständig.

Mit besonderer Spannung warten die Anleger auf neue Arbeitsmarktdaten für März, die am Freitag fällig sind. Analysten rechnen im Schnitt mit einem Verlust von 58 000 Jobs. Manche Experten fürchten aber offenbar noch Schlimmeres. "Ich wäre nicht überrascht, wenn wir eine äußerst negative Zahl vorgelegt bekommen. Und das wäre der letzte Sargnagel für all diejenigen, die sich nicht sicher sind, ob wir uns in einer Rezession befinden", sagte Barry Ritholtz von der Investment-Firma Fusion IQ. "Mein leiser Verdacht ist, dass wir am Anfang einer Rezession stehen und dass diese tiefgreifender und länger sein wird als die im Jahr 2001." Weitere Anhaltspunkte, die Aufschluss über den Zustand der Wirtschaft geben könnten, werden am Donnerstag erwartet. Dann äußern sich Notenbank-Chef Ben Bernanke und Finanzminister Henry Paulson vor dem US-Senat.

Größere Unternehmenszahlen stehen zwar noch nicht an, doch da die Geschäftsberichtssaison naht, sind negative Überraschungen nicht auszuschließen. Einige Firmen könnten die kommenden Tage nutzen, um Anleger auf unangenehme Entwicklungen vorzubereiten, sagte Joseph Battipaglia von Stifel Nicolaus. Er sei sich nicht sicher, ob die Markterwartungen für das erste Quartal durchweg erfüllt werden könnten. "Jetzt wäre die Gelegenheit, damit herauszurücken." Der Einzelhändler J.C. Penney tat dies am Freitag bereits: Er senkte seine Gewinnprognose für das zu Ende gehende Vierteljahr wegen eines enttäuschenden Ostergeschäfts.

Negative Nachrichten von der Konsumfront und anhaltende Sorgen vor weiteren Hiobsbotschaften für die Bankenbranche im Zuge der Finanzkrise belasteten denn auch das Börsengeschehen am Ende der vergangenen Woche. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte beendete den Handel mit einem Abschlag von 0,7 Prozent bei 12 216 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 gab 0,8 Prozent auf 1 315 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq schloss 0,86 Prozent leichter bei 2261 Stellen. Auf Wochensicht verlor der Dow 1,17 Prozent, der S&P 1,08 Prozent. Der Nasdaq-Index gewann dagegen in der abgelaufenen Handelswoche 0,14 Prozent.

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