Ausbruch von Legionärskrankheit belastet
Rhön-Klinikum-Aktien infiziert

Der Ausbruch der Legionärskrankheit in einem Krankenhaus des Rhön-Klinikums hat zu einer Verunsicherung am Kapitalmarkt geführt und die Aktien des Klinikbetreibers ins Minus gedrückt.

Reuters FRANKFURT. Die Titel fielen am Mittwoch zeitweise um mehr als 8 % bei stark überdurchschnittlichen Umsätzen. Analysten zufolge bedeutet das Auftreten der Krankheit für den fränkischen Klinikbetreiber zwar einen Imageschaden. Dieser sei jedoch regional begrenzt. „Das ist eine lokale Geschichte, wodurch die Belegung vermutlich etwas zurückgehen wird“, sagte Ludger Mues vom Bankhaus Sal Oppenheim. „Die Reaktion des Marktes ist etwas übertrieben“, kommentierte Stefanie Philipp, Analystin bei HSBC Trinkaus und Burckhardt, den Kursrückgang. Am Vormittag lagen die Rhön Klinikum-Aktien 5,71 % im Minus bei 33 €.

In einer Tochter-Klinik des Rhön-Klinikums in Frankfurt an der Oder waren nach Angaben des brandenburgischen Gesundheitsministeriums zwei Menschen an der Legionärskrankheit gestorben. Insgesamt hatten sich fünf Patienten infiziert. Bereits zum Jahreswechsel 2002/2003 seien in der Klinik sieben Patienten an Legionellen erkrankt gewesen. Die Ursache für das verstärkte Auftreten von Legionellen in dem Haus sei noch unklar.

Das Rhön-Klinikum hatte das Klinikum Frankfurt an der Oder am 1. Januar 2002 übernommen. Nach Angaben des Konzerns wurde zu dem Zeitpunkt am Gebäude, in dem die Verdachts- und Todesfälle aufgetreten sind, gebaut. Die Bautätigkeit sei unter fremder Leitung fortgeführt und beendet worden. Nach Verdacht von Legionellenbelastung in der Warmwasserversorgung seien auf Veranlassung des Vorstands des Rhön-Klinikums im Frühjahr dieses Jahres eingehende Untersuchungen, Vorsichtsmaßnahmen und Umrüstungen veranlasst worden.

In den vergangenen Monaten sind nach Angaben des Klinikbetreibers erneute Verdachtsmomente aufgetreten. Die Rückverfolgung habe ergeben, dass die neuen Keime aus dem Kaltwasser stammten. Daraufhin seien alle Leitungen mehrfach desinfiziert und verschiedene Umbauten am System vorgenommen worden, da Teile davon veraltet seien und nicht den Regeln der Technik entsprächen. Es seien regelmäßig Wasserproben entnommen worden, die gemäß den Normen unbedenklich seien.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft sagte, um wegen fahrlässiger Tötung zu ermitteln, müsse Verantwortlichen der Klinik der Vorwurf gemacht werden können, sie hätten Sicherheitsvorkehrungen oder hygienische Maßnahmen verletzt. Das sei derzeit aber nicht der Fall.

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