Auslieferung Ex-JP Morgan-Händler in Spanien festgenommen

Die Polizei hat einen früheren Händler von JP Morgan festgenommen, der in die Affäre um den „Wal von London“ verwickelt sein soll. Ein Händler hatte mit riskanten Derivate-Geschäften 6,2 Milliarden Dollar versenkt.
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In der Affäre um den „Wal von London“ hat sich ein Verdächtiger den spanischen Behörden gestellt. Der frühere Händler von JP Morgan Chase soll an riskanten Derivate-Geschäften beteiligt gewesen sein, bei denen 6,2 Milliarden Dollar versenkt wurden. Quelle: AFP

In der Affäre um den „Wal von London“ hat sich ein Verdächtiger den spanischen Behörden gestellt. Der frühere Händler von JP Morgan Chase soll an riskanten Derivate-Geschäften beteiligt gewesen sein, bei denen 6,2 Milliarden Dollar versenkt wurden.

(Foto: AFP)

MadridDie spanische Polizei hat einen früheren Händler der Bank JPMorgan Chase festgenommen, der in die Affäre um den sogenannten Wal von London verwickelt sein soll. Javier Martín-Artajo Rueda sei festgenommen worden, teilte die Polizei mit. Zuvor war der von der US-Justiz gesuchte Javier Martin-Artajo nach Polizeiangaben in Madrid festgenommen worden. Er habe sich selbst gestellt, nachdem die Behörden mit ihm Kontakt aufgenommen hätten. Die USA suchten ihn wegen Betrugs und Steuerkriminalität per internationalem Haftbefehl. Die Polizei in Madrid erklärte am Dienstag, der Oberste Gerichtshof habe den Fall übernommen. Er befindet üblicherweise über Auslieferungsgesuche.

Die US-Justiz hatte vor knapp zwei Wochen ein Strafverfahren gegen Martín-Artajo Rueda und seinen Kollegen, den Franzosen Julien Grout, eingeleitet. Sie sollen die Bücher der Bank gefälscht haben, um hunderte Millionen Dollar Verlust zu verbergen. Martin-Artajo war der direkte Vorgesetzte des Londoner Händlers Bruno Iksil, der mit riskanten Derivate-Geschäften 6,2 Milliarden Dollar versenkte und daraufhin als „Wal von London“ in die Finanzgeschichte einging. Iksil kooperiert Insidern zufolge mit den Behörden und wird daher nicht vor ein Strafgericht gestellt. Martin-Artajo sowie der Iksil unterstellte Händler Julien Grout sind in den USA angeklagt. Ihnen wird vorgeworfen, Verluste in Höhe von Hunderten Millionen Dollar zu vertuschen. Neben Geldbußen drohen ihnen jeweils bis zu 25 Jahre Haft.

Der gebürtige Spanier Martín-Artajo, der eigentlich in London lebt, ist nach Angaben der US-Ermittler der ranghöchste der mutmaßlich in die Affäre verwickelten Händler. Er habe Untergebene angewiesen, Verluste zu verschleiern und gegen bankinterne Regeln zu verstoßen, heißt es in der Anklage, die sich unter anderem auch auf Anrufe und E-Mails stützt. Die Anwälte Martín-Artajos erklärten, der 49-Jährige werde „von allen Vorwürfen reingewaschen“.

Julien Grout hält sich in Frankreich auf; er verhandle derzeit mit den US-Justizbehörden über die Bedingungen, unter denen er in die USA reisen würde, sagte sein Anwalt am Dienstag.

Die Verfahren gegen Martín-Artajo und Grout sind die ersten im Zusammenhang mit dem Skandal. In der Folge hatte die Investmentchefin die Bank verlassen, und Institutschef Jamie Dimon büßte einen Großteil seines Gehalts ein. Gegen die Bank sind auch noch zahlreiche Zivilklagen anhängig.

  • afp
  • rtr
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  • Dem Spanier sei geraten freiwillig nach USA zu gehen und den Sündenbock zu spielen. Ansonsten schickt ihm die Morgan Chase ihren hauseigenen Geheimdienst, den Mossad, und der Gute wird einen tödlicen Unfall haben.

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