Außerordentliche Hauptversammlung Ende Juli
Blackstone bietet Abfindung für Celanese-Aktionäre

Das Abwarten scheint sich für die verbliebenen Minderheitsaktionäre von Celanese ausgezahlt zu haben. Die US-Investmentgesellschaft Blackstone will im Rahmen eines Abfindungsangebots knapp ein Drittel mehr zahlen.

HB FRANKFURT. Die verbliebenen Celanese-Aktionäre sollen von Blackstone knapp ein Drittel mehr erhalten als die Aktionäre, die das Übernahmeangebot von Blackstone angenommen hatten. Die Aktien des Kronberger Chemieproduzenten reagierten am Mittwoch mit einem deutlichen Kurssprung auf die Abfindungsofferte.

Blackstone biete den Celanese-Aktionären im Rahmen eines Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages mit dem Chemieunternehmen 41,92 Euro in bar je Aktie, teilte Blackstone mit. In seiner Übernahmeofferte vom Dezember hatte die US-Gesellschaft 32,50 Euro je Aktie geboten. Das Angebot war Anfang April angenommen worden.

Den Aktionären, die weiterhin an Celanese beteiligt bleiben wollten, garantiert die Investmentgesellschaft als Ausgleich eine Zahlung von 3,27 Euro brutto je Stückaktie - netto gegenwärtig 2,89 Euro - für jedes volle Geschäftsjahr. Der Celanese-Aufsichtsrat hatte dem Beherrschungsvertrag am Dienstagabend zugestimmt. Ende Juli sollen die Aktionäre nun auf einer außerordentlichen Hauptversammlung über den Vertrag entscheiden.

Die Papiere von Celanese kletterten zeitweise um 19 Prozent und lagen am Mittag noch 14,73 Prozent im Plus bei 42,45 Euro. Bis vor kurzem war die Aktie noch im Nebenwerteindex MDax gelistet. „Der einzige Grund dafür, dass die Celanese-Aktien über das Blackstone-Angebot steigen, könnte darin liegen, dass einige darauf spekulieren, dass es vielleicht noch einmal ein höheres Angebot geben könnte“, sagte ein Händler zu der Kursentwicklung.

Anfang April hatte die US-Gesellschaft mehr als 84 Prozent der Celanese-Aktien erworben. Bis zuletzt war der Erfolg ungewiss geblieben, da einige Aktionäre das Angebot als zu niedrig kritisiert hatten und ihre Anteile zurückgehalten hatten. Als sich im März abzeichnete, dass Blackstone die Mindestannahmeschwelle von 85 Prozent nicht erreichen werde, hatte die US-Firma die Grenze auf 75 Prozent gesenkt. Inklusive der Übernahme von Schulden und anderen Verpflichtungen belief sich die Blackstone-Offerte auf etwa 3,1 Milliarden Euro.

Die US-Gesellschaft will Celanese vollständig von der Börse nehmen. Seit Anfang Juni ist Celanese schon nicht mehr an der Börse in New York gelistet.

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