Bank-Blamage in Großbritannien Der Börsenhändler, der ein Hausmeister war

Bei der größten Bank in Großbritannien schlich sich ein ehemaliger Hausmeister in die Handelsabteilung ein. Er beeindruckte monatelang als angeblicher Bond-Händler die „Kollegen”. Die Bank ist blamiert.
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Royal Bank of Scotland: Ein ehemaliger Hausmeister bewegte sich monatelang unbehelligt in der Handelsabteilung des Bank. Quelle: dpa

Royal Bank of Scotland: Ein ehemaliger Hausmeister bewegte sich monatelang unbehelligt in der Handelsabteilung des Bank.

(Foto: dpa)

LondonKK Ho tauchte aus dem Nichts auf. Das berichteten zwei Personen, die mit den Vorgängen vertraut sind. Vergangenes Jahr habe er regelmäßig seine Runden in der Handelsabteilung der Royal Bank of Scotland (RBS) gedreht. Er zückte frisch gedruckte Visitenkarten, auf denen stand, dass er Anleihehändler war. Er traf sich mit Kunden und beeindruckte Bankmanager mit seinen Erzählungen über reiche Klienten.

Einige Monate sei der Mann genau so schnell verschwunden, wie er auf der Bildfläche aufgetaucht war. Denn Bankmanager hatten angefangen, Fragen zu stellen, die zu dem Schluss führten, dass KK Ho gar kein Bond-Händler war.

Der Vorfall ist peinlich. Denn RBS ist die größte britische Bank. Sie wird vom Staat kontrolliert. Zudem kämpft die Branche nach mutmaßlichen Zinsmanipulationen ums Image. Doch immer noch scheinen die Institute für unerwartete Angriffe auf die Compliance verwundbar. Die RBS informierte damals die Aufsichtsbehörden, hielt den Fall aber ansonsten geheim. Details wurden erst öffentlich, als sie in einer arbeitsrechtlichen Klage eines Mitarbeiters erwähnt wurden.

Ho soll vor seinem Auftauchen in der Handelsabteilung der Bank im selben Haus im Bereich Gebäudedienste tätig gewesen sein. Er soll vor der Kündigung gestanden sein. Die Bank habe ihm einen Schreibtisch gegeben, um nach einem neuen Job zu suchen. Er war keinem Team zugeordnet, hatte keinen Chef. Natürlich war es ihm auch nicht erlaubt, Wertpapiere zu verkaufen oder sich mit Kunden zu treffen.

„Dies ist die Geschichte grundsätzlicher menschlicher Fehler auf vielen Ebenen”, sagt James Carlton, ein Anwalt für regulatorische Fragen bei Fox Williams LLP in London. Es sei schwer nachvollziehbar, wie führende Mitarbeiter in der Handels- und in der Personalabteilung eine solche Situation übersehen konnten.

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8 Kommentare zu "Bank-Blamage in Großbritannien: Der Börsenhändler, der ein Hausmeister war"

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  • Wenn ich manche Handelsblatt-Beiträge lese, kommt es mir so vor, als ginge es in der Redaktion ähnlich zu, wie in der RBS....."vor der Kündigung gestanden sein"....?!?!?

  • "Er soll vor der Kündigung gestanden sein"...könnt ihr bitte euer schwäbisch zu Hause lassen und vernünftige Artikel auf deutsch schreiben? Das wäre super!

  • Der hat bestimmt vergessen, über seine beheizte Klobrille zuhause zu schwärmen, sowas macht einen Bangster misstrauisch!

  • .... wie führende Mitarbeiter in der Handels- und in der
    Personalabteilung eine solche Situation übersehen konnten ...
    so zeigt das doch den Standard des Bankenpersonals dem
    man sein Geld anvertraut. Kein Wunder, daß sich die Skan-
    dale häufen!

  • Was macht das schon für einen Unteschied? Ob ein Hausmeister das Geld verliert oder ein hochausgebildeter Lehmann Angestellter?

  • Vielleicht sollten grundsätzlich nur Hausmeister (neudeutsch Facility Manager) in den Handelsräumen sitzen und die Bankster kümmern sich halt ums "Facility Management". So könnten die Banker nicht so viel Mist verzapfen und die Finanzkrise wäre uns eventuell erspart geblieben! "Mensch Manni, Lehman Brothers will uns CeeDeeOhh-Papiere verkaufen! Soll'n wir die nehmen? Ey, Klaus, lass mal lieber sein, ick hab keene Ahnung wat dit is!"

  • Eben ein facility manager - der geht mit Geld noch konservativ um. Er konnte wohl nicht beim Thema Golf u.ä. mitsprechen - da flog er auf. So ein Pech - für die Kunden. :-)

  • Solche Typen gibt es in allen Banken. Meist jedoch nur auf Vorstandsebene.....

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