Banken-Filz bei Börsengängen

Britische Aufseher nehmen sich Investmentbanker vor

Banken bevorzugen bei der Zuteilung der Aktien Fonds, mit denen sie in anderen Sparten gute Geschäfte machen. Das ist das Ergebnis einer Studie zum Wettbewerb im Investmentbanking. Britische Aufseher wollen das ändern.
Je mehr Transaktionen eine Investmentbank ausführt, desto höher steigt sie in den branchenweit viel beachteten Tabellen („League Tables“) der wichtigsten Banken. Quelle: Reuters
Londoner Finanz-Distrikt

Je mehr Transaktionen eine Investmentbank ausführt, desto höher steigt sie in den branchenweit viel beachteten Tabellen („League Tables“) der wichtigsten Banken.

(Foto: Reuters)

LondonDer britischen Bankenaufsicht sind die unter Investmentbankern verbreiteten Praktiken bei Börsengängen ein Dorn im Auge. Es dürfe nicht sein, dass die Banken bei der Zuteilung der Aktien große Fonds bevorzugten, mit denen sie in anderen Sparten gute Geschäfte machten, erklärte die Financial Conduct Authority (FCA) am Mittwoch bei der Vorstellung einer 186-seitigen Studie zum Wettbewerb im Investmentbanking. Die Aufsichtsbehörde will nun untersuchen, wie die Banken mit solchen Interessenkonflikten umgehen.

Auch die Verknüpfung von günstigen Krediten mit Aufträgen für einen Börsengang müsse ein Ende haben, forderte der für Wettbewerb zuständige FCA-Direktor Christopher Woolard. Viele Banken vergäben nicht kostendeckende Kredite in der Hoffnung, sich damit einen lukrativen Auftrag für eine Aktienemission zu erkaufen. Teilweise gibt es dafür sogar vertragliche Vereinbarungen. Die Kunden fühlten sich jedenfalls unter Druck, die Bank mit der Vorbereitung eines Börsengangs zu beauftragen, mit der sie bereits im Handel oder im Kreditbereich arbeiteten, erklärte die FCA. Das benachteilige Investmentbanken, die sich auf das reine Beratungsgeschäft spezialisiert haben und selbst keine Kredite vergeben. Vor allem Universalbanken setzen auf dieses „Cross-Selling“ – auch in Deutschland.

Die wichtigsten Finanzplätze der Welt
Platz 10: Toronto
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Zweimal im Jahr bestimmt der Global Financial Centres Index, welches die wichtigsten Finanzplätze der Welt sind. Erstellt wird der Index mit Hilfe eines Online-Fragebogens von der Z/Yen Gruppe, einem Londoner Think Tank. Unter den Top 10 dominieren vor allem Finanzplätze aus Nordamerika. Toronto hat sich gegenüber dem vorhergehenden Ranking um zwei Plätze auf Rang 10 verschlechtert.

Platz 9: Boston
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Kriterien für die Auswahl der besten Finanzplätze sind das wirtschaftliche Umfeld, die Entwicklung des Finanzsektors in der jeweiligen Stadt, die Infrastruktur, der Faktor Humankapital und generelle Faktoren sowie die Reputation des Standorts in der Branche. Bei Boston haben sich einige dieser Faktoren offenbar verbessert, die Ostküstenstadt landet mit 709 Zählern auf Platz 9.

Platz 8: San Francisco
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Noch besser platziert ist ein Westküsten-Finanzplatz. San Francisco rangiert mit 711 Punkten auf Platz 8.

Platz 7: Washington
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New York als Bankenplatz kennt wohl jeder. Aber auch in Washington findet sich nicht nur das Capitol, auch das Umfeld für Banken ist gut.

Platz 6: Zürich
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Die Schweizer Stadt ist der erste europäische Finanzplatz, der es unter die Top Ten geschafft hat. Um einen Platz haben sich die Schweizer auf Rang 6 verbessert und liegen damit weit vor Frankfurt. Deutschlands wichtigster Finanzplatz hat vier Plätze verloren und liegt nur auf Platz 18. Auf Rang 27 folgt dann München.

Platz 5: Tokio
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Japans Finanzzentrum in Tokio konnte den fünften Platz behaupten. Andere asiatische Geld-Metropolen liegen allerdings weiter vorne.

Platz 4: Hongkong
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Über 70 der weltweit 100 größten Banken sind in Hongkong tätig, der Finanzplatz ist damit deutlich relevanter als der wichtigste chinesische Finanzplatz in Schanghai (Platz 16).

Je mehr Transaktionen eine Investmentbank ausführt, desto höher steigt sie in den branchenweit viel beachteten Tabellen („League Tables“) der wichtigsten Banken. Diese Ranglisten, die auch zur Kundenwerbung verwendet werden, seien oft irreführend, rügt die FCA. Einige Institute nähmen sogar Verluste in Kauf, um in der Statistik höher zu kommen und sich bei ihren Kunden in ein besseres Licht zu rücken.

Die FCA will auch die Regeln für Börsengänge selbst ändern. Der oft mehrere hundert Seiten lange Börsenprospekt solle früher veröffentlicht werden, damit die Investoren mehr Zeit haben, um sich damit zu befassen. Bisher vergehen nach der Ankündigung der Emission zwei Wochen, bis der Prospekt verfügbar ist. In dieser Zeit veröffentlichen die Analysten der begleitenden Banken aber bereits ihre Berichte und Einschätzungen zu der neuen Aktie. Das benachteilige unabhängige Analysten, die in dieser Zeit keinen Zugang zu Unternehmensinformationen und zu den Vorstandschef der Börsenkandidaten haben, erklärte die FCA. Sie will deshalb, dass Studien künftig erst nach dem Prospekt verteilt werden dürfen.

Investmentbanker machen sich selbst seit Jahren Gedanken, wie sie die vier Wochen verkürzen können, die in der Regel von der Ankündigung bis zur Zuteilung der Aktien vergehen. Denn je mehr Zeit vergeht, desto schwieriger ist es vor allem in Zeiten schwankender Märkte, einen Preis für die Papiere zu finden, den die Investoren akzeptieren.

  • rtr
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