Banken-Konsolidierung in Europa
Analysten erwarten Gegengebot für ABN

Megafusion in der euopäischen Bankenlandschaft: Die britische Barclays Bank bietet umgerechnet 36,25 Euro pro ABN-Amro-Aktie. Doch an der Börse wird am Montag bereits auf Nachbesserungen spekuliert.

mm/rur/HB LONDON/FRANKFURT. Analysten rechnen fest mit einem Gegengebot und üben zum Teil harsche Kritik an der Barclays-Offerte. „Ich glaube noch immer, dass das RBS-Konsortium der bessere Eigentümer für ABN wäre“, meint Analyst Alex Potter von Colins Stewart. Nach Einschätzung der Analysten von Fox Pitt-Kelton hat Barclays seine finanziellen Möglichkeiten bereits überreizt, die angestrebten Einsparungen von 3,5 Mrd. Euro seien kaum erreichbar. Tatsächlich lägen die Synergieeffekte eher bei 2,5 Mrd. Euro. Dem RBS-Konsortium trauen die Experten von Bear Stearns wegen deutlich höherer Sparmöglichkeiten dagegen ein Gebot von 40 Euro und mehr zu.

Das Gebot von Barclays sei die falsche Fusion zum falschen Preis, fassen die Analysten von Dresdner Kleinwort die Meinung vieler ihrer Kollegen zusammen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Offerte von Barclays zum Erfolg führt beziffern die Dresdner-Fachleute auf lediglich 25 Prozent, die Chancen für das RBS-Konsortium dagegen auf 60 Prozent.

ABN-Chef hält an Treffen mit Konsortium fest

Ungeachtet der Aussagen will sich der Vorstandsvorsitzende der ABN Amro, Rijkman Groenink, aber zu Gesprächen mit Vertretern der Royal Bank of Scotland Group treffen. Er wolle sich noch am Berichtstag die Pläne der britischen Bank für ein mögliches Gebot im Rahmen eines Konsortiums anhören, teilte die ABN Amro mit. Möglicherweise komme es dann doch noch zu einem höheren Gebot, begründete ein Händler das Kursplus im frühen Handel.

Dirk Peters von KBC Security geht ebenfalls davon aus, dass die Aktionäre eine Übernahme durch die drei europäischen Banken bevorzugen. „Viele Langzeit-Aktionäre sind in der Zwischenzeit ausgestiegen. Den Verbliebenen geht es darum, den größten Gewinn zu machen, egal, was das für die Bank langfristig bedeutet“, sagt der Analyst. Nach seinen Erkenntnissen wird ABN in der Zwischenzeit vor allem von Brokern und Hedgefonds dominiert.

Peters geht davon aus, dass die Fusion schon auf der Hauptversammlung an diesem Donnerstag zur Sprache kommen wird, obwohl sie bisher nicht auf der Tagesordnung steht.

Seite 1:

Analysten erwarten Gegengebot für ABN

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%