Bankgebühren
Banken langen am Geldautomat kräftig zu

Wer an einem fremden Automat Geld zieht, den bestraft die Hausbank. Im Branchenschnitt verteuerte sich die Gebühr in den letzten drei Jahren um knapp 20 Prozent. Einige Banken nehmen sogar mehr als sieben Euro pro Vorgang. Welche Institute am stärksten zulangen und wo Kunden nichts bezahlen müssen.

HB DÜSSELDORF. Bankkunden sollten sich gut überlegen, ob sie an einem fremden Automaten Geld ziehen. In den letzten Jahren ist dieser Service deutlich teurer geworden. Seit 2006 verteuerte sich der Service im Durchschnitt um 17 Prozent. Das ergab eine Auswertung der FMH-Finanzberatung unter 50 Banken. Nur ein getestetes Institut senkte in den vergangenen drei Jahren seine Sätze, 22 hielten sie konstant und 27 verteuerten sie. „Der Anstieg der Gebühren ist bei einigen Instituten erstaunlich hoch“, sagt Max Herbst, Inhaber der FMH-Finanzberatung.

Bei der PSD Bank Kiel stiegen die Entgelte um 86 Prozent, bei der PSD Bank Westfalen Lippe und der Sparkasse Köln um 71 Prozent, die Berliner Sparkasse verlangt 67 Prozent mehr. Auch namhafte Privatbanken langen zu: Im Vergleich zu 2006 müssen Postbank-Kunden heute 50 Prozent mehr zahlen, Deutsche Bank-Kunden 41 Prozent, Commerzbank- und SEB-Kunden 25 Prozent. „Ein Anstieg in dieser Dimension entbehrt jeder Grundlage“, sagt Annabel Oelmann, Expertin für Finanzdienstleister bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Die Kosten für die technische Abwicklung seien in den letzten Jahren nicht in dem Maße gestiegen. Das Problem: „Die Erhöhung ist für die Kunden ärgerlich, aber nicht justiziabel“, sagt Oelmann.

Hohe Gebühren, geringer Aufwand

Dank moderner Informationstechnologie ist der Aufwand für die Abrechung zwischen den Banken minimal. „Die Transaktion über die Bankenverbünde hinweg funktioniert exzellent und erfolgt hoch automatisiert“, sagt Mirko Weinert, Bereichsleiter Transaction Banking bei der Unternehmensberatung Steria Mummert Consulting. Die Höhe der Gebühren einzelner Institute entsprächen nicht dem eigentlichen Aufwand. „Viele Banken machen bei der Fremdabbuchung ordentliche Gewinne“, sagt Weinert. Einige Institute begründen darauf ihr Geschäftsmodell und stellen die Automaten gezielt an vielbesuchte Stellen wie Bahnhöfen, Einkaufsstraßen oder Marktplätzen auf.

Andere Banken nutzen hohe Gebühren aus strategischen Gründen: „Die Kosten dienen vielen Banken zur Steuerung der Nachfrage“, sagt Weinert. Sie sollen Kunden abschrecken, die Geräte der Konkurrenz zu nutzen oder zu einer günstigeren Fremdbank zu wechseln. Vier Institute verlangen mittlerweile 7,50 Euro pro Vorgang: Die Berliner Sparkasse, Berliner Volksbank, Sparkasse Nürnberg, Ostsächsische Sparkasse. „Im Schnitt kostet jede Abhebung mittlerweile 5,14 Euro“, sagt Herbst.

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