Baron de Ley: Keine Dividende
Weinbranche in Spanien vor Konsolidierung

Dem größten börsennotierten Weinproduzenten Spaniens, Baron de Ley, macht der verschärfte Wettbewerb auf dem Heimatmarkt zu schaffen. Für dieses Jahr rechnet das Unternehmen mit einem Gewinnanstieg von nur zwei Prozent.

Bloomberg MADRID. Chairman Eduardo Santos-Ruiz erklärte in einem Interview mit Bloomberg News, er erwarte eine Konsolidierungswelle unter spanischen Weinbaubetrieben. „Bei mehr als 6 000 Weingütern und einem Übermaß an Marken braucht der spanische Weinmarkt eine grundlegende Umgestaltung“, sagte Santos-Ruiz. „Der Wettbewerb ist unverhältnismäßig scharf.“ Neben der hohen Anzahl spanischer Winzer ist auch der sinkende Weindurst der Spanier für die Probleme verantwortlich.

Baron de Ley ist der größte Produzent von Rioja-Weinen der Qualitätsstufe Crianza. Im letzten Jahr hat Baron de Ley mit 77,4 Mill. Euro sein Umsatzziel verfehlt, der Gewinn stieg um 0,9 Prozent auf 21,6 Mill. Euro. Für dieses Jahr peilt Santos-Ruiz einen Umsatz von 80 Mill. Euro und einen Nettogewinn von etwa 22 Mill. Euro. „Angesichts der Lage am Markt wird das nicht leicht sein“, räumte er ein. Die Spanier trinken im Schnitt 27 Liter Wein pro Jahr, verglichen mit 40 Litern vor zehn Jahren. Junge Leute fangen erst mit Mitte 30 an, sich ernsthaft für Wein zu interessieren.

Der Aktienkurs ist seit Ende 2003 um weniger als ein Prozent gestiegen, davor hatte er sich innerhalb von drei Jahren fast verdoppelt. Am Mittwoch notierte die Aktie kaum verändert bei 38,10 Euro; damit kommt Baron de Ley auf einen Marktwert von 294 Mill. Euro. In den kommenden Jahren werde es eine Welle von Fusionen und Übernahmen in der spanischen Weinbranche geben, sagte Santos- Ruiz. Er geht davon aus, dass sich vor allem kleinere Weingüter zusammenschließen, um profitabel zu bleiben. Baron de Ley hat sich nach Angaben von Santos-Ruiz entschieden, keine Dividende auszuschütten, um über genügend liquide Mittel zu verfügen, wenn sich eine Akquisitionsmöglichkeit bietet.

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