Befragung
Börsenlisting erfüllt Erwartungen

Für die überwiegende Mehrzahl der Börsenneulinge aus den letzten beiden Jahren haben sich die Erwartungen an das Börsenlisting erfüllt. Laut einer Untersuchung des Deutschen Aktieninstituts (DAI) waren rund 86 Prozent der Befragten mit dem Ergebnis des Börsenganges zufrieden. Damit lagen die Zahlen beinahe auf gleicher Höhe wie in der Phase der so genannten „New Economy“.

scc FRANKFURT. "Die Zahlen zeigen, dass nicht nur Börsengänge in euphorischen Zeiten zu zufriedenen Kandidaten führen, sondern dass dies auch in normalen Zeiten möglich ist“, sagt DAI-Chef Rüdiger von Rosen.

Mit großem Abstand Hauptmotiv für den Börsengang ist für die Emittenten die Finanzierung des eigenen Wachstum gefolgt von der Steigerung des Bekanntheitsgrades und der Stärkung der Eigenkapitalbasis. Überraschend ist laut Michael Müller, Inhaber von SMS, dass die Sicherung der Nachfolge und die Vermögensdiversifikation der Alteigentümer fast keine Rolle für den Börsengang spielen. Unterschätzt werden von den Unternehmen seiner Meinung nach weiterhin die gestiegene Wettbewerbsposition sowie die Attraktivität für potenzielle Vertragspartner.

Größte Überraschung der Befragung, die in Zusammenarbeit mit SMS Strategic Management Solutions und dem Bankhaus Lampe enstanden ist, jedoch das völlig konträre Ansehen der an dem Börsengang beteiligten Dienstleister. Rund 90 Prozent der Emittenten bezeichneten die Leistung der Anwälte als gut oder sehr gut. Das überrascht vor dem Hintergrund, dass die Bedeutung und die Anzahl der an einem Börsengang beteiligten Juristen in den letzten Jahren durch gestiegene gesetzliche Anforderungen enorm zugenommen hat und vor allem von Seiten der begleitenden Investmentbanken hinter vorgehaltener Hand oft Kritik an der mächtigen Konkurrenz aufkommt.

„Die Unternehmensvorstände sind in der Regel keine Juristen, deswegen sind sie dankbar für den gewissen Komfort der Rechtsexperten“, sagt Michael Müller. Anwälte sind demnach so etwas wie ein sicherer Hafen in den gesetzlichen Unwägbarkeiten, die ein Börsengang mit sich bringt, glaubt er.

Die Banken selbst rangieren dagegen weit entfernt im Mittelfeld des Rankings. „Sie müssen ihre Rolle ändern“, fordert Stephan Schüller vom Bankhaus Lampe, weg vom reinen Kampf um das Mandat und stattdessen hin zu objektiver Beratung. „Am besten wäre in diesem Zusammenhang sogar ein unabhängiger Berater, der den Investmentbanken bei Bedarf auf die Finger klopft“, fordert Schüller ganz direkt. Das mit Abstand schlechteste Ansehen aller Dienstleister am Börsengang genießen PR- und IR-Agenturen. Hier gebe es deutliche Steigerungsmöglichkeiten, hieß es.

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