Beobachter bleiben optimistisch
Dax-Ausblick: 8 000 – und jetzt?

Die psychologisch wichtige Marke von 8 000 Punkten ist geknackt, wenn auch zunächst nur für einen Augenblick. Das im März 2000 erreichte Rekordhoch von 8136 Punkten könnte schon in der kommenden Woche erreicht werden, frohlocken Optimisten.

rad/scc/HB FRANKFURT. Der Dax hat mit seiner jüngsten Entwicklung alle Zweifler Lügen gestraft: Entgegen einer alten Börsenweisheit, der zufolge der Mai als traditionell schlechter Börsenmonat gilt, legte der wichtigste deutsche Aktienindex in dem gefürchteten Börsenmonat fast 500 Punkte zu. Das sind rund sieben Prozent. Allein in der ablaufenden Woche stieg der Dax um fast drei Prozent.

Angesichts stets neuer, überraschend Konjunkturdaten, der anhaltenden Übernahmewelle und eines gesunden Optimismus der Börsianer stehen die Ampeln weiter auf Grün: „Wenn man die derzeitige Marktdynamik betrachtet, muss man sagen, der Dax knackt sein Allzeithoch eher früher als später“, sagt Trudbert Merkel von der Dekabank. Damit hatten die Profis zum Jahreswechsel wahrlich nicht gerechnet. Ganze 7 027 Punkte hatten Bankstrategen dem Deutschen Aktienindex (Dax) Ende 2006 für die kommenden zwölf Monate vorhergesagt, lediglich zwei Experten trauten ihm zu, im Jahresverlauf die 8 000 Punkte zu berühren.

Der Markt wolle nun diese Marke sehen, sagt Fondsmanager Boris Boehm von Nordinvest. „Es spricht eigentlich nichts dagegen, dass der Dax weiter steigt“, ergänzte er. „Würde am Markt Euphorie herrschen, müsste man sich Sorgen machen – aber das ist noch nicht der Fall. Es ist alles noch im moderaten Bereich“, erläuterte Boehm. Auch Korrekturbewegungen dürften den grundsätzlichen Aufwärtstrend nicht brechen.

Das fundamentale Umfeld ist nach Einschätzung von Börsianern gut; die Bewertung der Dax-Unternehmen sind ungeachtet des Indexanstiegs um immerhin knapp 20 Prozent seit Jahresbeginn noch nicht übertrieben. „Im Dax sind fast nur solide Unternehmen mit einem guten Management“, sagte Fondsmanager Henrik Muhle von Acatis. „Ich gehe davon aus, dass wir im Laufe des Jahres die Allzeithochs nicht nur erreichen, sondern überschreiten werden, vielleicht aber auch erst nach der Sommerpause im Herbst. Auf jeden Fall werden wir in diesem Jahr neue Rekorde machen.“

Unter Marktteilnehmern wirkt gemunkelt, dass sich einige unterinvestierte institutionelle Anleger in Krisensitzungen befinden und überlegen, nun doch noch in den Markt einzusteigen. Gerade diese zu spät Gekommenen könnten dafür sorgen, dass sich die Rally noch eine Weile fortsetzt. Nach Einschätzung der Fondsmanager sorgen zunehmend auch ausländische Investoren dafür, dass der Dax nicht zurückfällt. Das Interesse dieser Marktteilnehmer am deutschen Markt sei „sehr, sehr groß“, sagte Fondsmanager Franz Höbel von Allianz Global Investors. Die Zahlen der Unternehmen zum ersten Quartal seien über den Erwartungen ausgefallen, und in den kommenden Monaten dürften auch Aussagen zur Unternehmensstrategie – wie zuletzt bei Eon – für Bewegung sorgen. Weitere Impulse könnten neue Fusionen und Übernahmen liefern.

Auch die Dax-Investoren sind derzeit optimistisch, dass der Index seine Rally kurzfristig fortsetzen wird. Dies zeigt die aktuelle Sentimentanalyse des Daytradebrokers Clickoptions. „Auf einen Abschwung des Dax in den kommenden zwei bis vier Wochen setzen derzeit nur die wenigsten Investoren“, sagt Clickoptions-Sprecher Richard Ohl. Der technische Analyst Matthieu Driol erwartet ebenfalls, dass der Dax die 8 000-Punkte-Hürde nachhaltig überwindet: „Dass der Dax die Marke bei 7 938 Punkten hinter sich gelassen hat, deutet auf eine kurzfristige Hausse hin. Der nächste Widerstand zeichnet sich erst bei 8 116 Punkten ab.“ Matthieu Driol ist als unabhängiger Analyst für Clickoptions tätig.

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