Berichtssaison beginnt
Dax-Ausblick: Karten auf den Tisch

Erholt sich die Wirtschaft – oder sind alle Hoffnungen verfrüht? Anleger stellen sich diese Frage seit Wochen. Jetzt kommen die Karten auf den Tisch: In der kommenden Woche startet die Berichtssaison fürs zweite Quartal. Da wird sich zeigen, ob sich Erwartungen und Realität decken. Zumal noch weitere aussagekräftige Termine auf der Agenda der Anleger stehen.

HB FRANKFURT. Gleich von zwei Seiten erwarten Investoren in den kommenden Tagen Hinweise darauf, ob ihre Wette auf eine Wirtschaftserholung aufgeht. Weiterhin geben wichtige Konjunkturdaten den Aktienmärkten Impulse, zum Beispiel die Auftragseingänge in der deutschen Industrie oder der Michigan-Index zum Verbrauchervertrauen. Zugleich startet die Berichtssaison, in der Unternehmen sagen, wie das zweite Quartal gelaufen ist und was sie für die Zukunft erwarten.

Zuletzt haben die Anleger ihrem eigenen Optimismus nicht mehr recht getraut. Geradezu geschockt reagierten sie am Donnerstag auf unerwartet schlechte Zahlen vom US-Arbeitsmarkt. "Die insgeheimen Hoffnungen, dass sich die Erholung der Frühindikatoren auch am Arbeitsmarkt positiv bemerkbar machen könnte, haben sich nicht erfüllt", kommentierte Marktstratege Christian Schmidt von der Helaba den Kurssturz. Insgesamt hat der Dax in der ablaufenden Woche gut ein Prozent auf rund 4 700 Punkte nachgegeben.

Mit Spannung erwarten die Investoren nun Informationen darüber, wie es der Wirtschaft, also den Unternehmen, konkret geht. "Bislang wurden Erwartungen gespielt, das muss irgendwann auch mit Substanz gefüllt werden. Die Märkte lauern darauf", sagt BHF-Aktienstratege Roland Ziegler. Aktuell notiert der Dax rund ein Drittel über seinem im März markierten Jahrestief. Viele Analysten glauben, dass die Erwartungen zuletzt der Realität davongelaufen sind. Nun müssen sie sich an der Wirklichkeit der Unternehmensbilanzen messen lassen.

Wie sieht diese Wirklichkeit wohl aus? Kapitalmarktanalyst Stefan Scheurer von Allianz Global Investors rechnet in der Summe mit guten Nachrichten. "Die Chancen, dass es zu positiven Überraschungen kommt, stehen nicht schlecht", erklärte er. Denn im Vorfeld der Bilanzveröffentlichungen seien die Unternehmen bisher kaum mit negativen Vorabmeldungen aufgefallen.

Die Konzerne haben ihre Gewinnschätzungen im ersten Halbjahr bereits so weit reduziert, dass auch kaum noch weitere Enttäuschungen zu erwarten sind. Die Frage ist nur: Bestätigen die Unternehmen ihre Einschätzungen auf niedrigem Niveau oder sehen sie nun doch bereits neues Potenzial nach oben? Für den ersten Fall erwartet Arnim E. Kogge vom Stuttgarter Bankhaus Ellwanger & Geiger ein "eher seitwärts ausgerichtetes dritten Quartal". Chancen für positive Überraschungen sieht hingegen Scheuren. "Das dürfte sich im Eintrittsfall als ein Turbo für die Märkte gestalten."

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