Berichtssaison
Dax-Ausblick: Prognosen im Fokus

Die Börsenthemen der kommenden Woche scheinen schon festzustehen: Finanzkrise, Wirtschaftsabschwung, schlechte Zahlen. Anleger werden in diesem Umfeld genau darauf schauen, welche Ausblicke die Unternehmen geben. Da die Berichtssaison nun in Fahrt kommt, werden Investoren und Analysten viele Gelegenheiten zur Bewertung von Prognosen finden.

HB FRANKFURT. Die Börsenwoche endete - wieder einmal - mit Schreckensnachrichten aus der Finanzbranche. Einen Quartalsverlust von 8,3 Mrd. Dollar meldete die Citigroup, die damit das fünfte Quartal in Folge rot abschloss. Die Bank of America fuhr im selben Zeitraum 2,4 Mrd. Verlust ein. Zwar zog der Dax trotz dieser Nachricht am Nachmittag an, doch auf Wochensicht büßte der deutsche Leitindex rund sieben Prozent ein.

Die Stimmung am deutschen Aktienmarkt dürfte auch in der neuen Woche weiter frostig bleiben. "Die Finanzkrise ist noch längst nicht ausgestanden", heißt es in einem Marktkommentar der Landesbank Berlin (LBB). In der abgelaufenen Woche hatten zahlreiche schlechte Nachrichten aus dem krisengeschüttelten Bankgewerbe die Aktienbörsen deutlich ins Minus gedrückt; Citigroup und Bank of America bildeten nur den Wochenausklang in dem Drama. Dazu zählte zum Beispiel auch der unerwartet hohe Verlust der Deutschen Bank.

Aktienstrategen erwarten für die neue Handelswoche kaum Besserung. Die LBB-Experten sehen gar die Tiefststände vom vergangenen Herbst wieder in Reichweite, als die Talfahrt des Dax bei knapp über 4 000 Punkten zum Stillstand kam. "Der Dax ist in einem Abwärtskanal, nachdem er die 5 000 Punkte nicht halten konnte, und bewegt sich auf seine Unterstützungslinie von 4500 Punkten zu", schreiben die Börsenexperten des Stuttgarter Bankhauses Ellwanger & Geiger in ihrer aktuellen "Marktmeinung aus Stuttgart".

Die Marktbeobachter gehen davon aus, dass viele Unternehmen ihre Gewinne noch deutlich nach unten revidieren werden. "Die jüngsten Indikatoren signalisieren, dass die Unternehmen derzeit mit dem stärksten globalen Wirtschaftsabschwung seit dem Zweiten Weltkrieg konfrontiert werden", meint auch Commerzbank-Analyst Andreas Hürkamp. Sein Haus habe deshalb die Gewinnerwartungen für deutsche Unternehmen für 2009 um durchschnittlich 20 Prozent gesenkt.

Die düsteren Aussichten für die Weltwirtschaft verunsichern nach Einschätzung von NordLB-Analyst Tobias Basse weiterhin die Anleger. "Die Volatilität bleibt definitiv erhalten. Das wird im gesamten ersten Halbjahr ein Phänomen bleiben", sagt der Experte.

Die düstere Stimmung dürfte sich wohl auch im ZEW-Konjunkturbarometer niederschlagen, das am Dienstag veröffentlich wird. "Die Lagebeurteilung wird deutlich nach unten gehen. Dabei kann es zu negativen Überraschungen kommen", sagt Basse. Allerdings dürften die vom Mannheimer ZEW befragten Finanzmarktprofis etwas zuversichtlicher in die Zukunft schauen, so dass sich der Index für die Konjunkturerwartungen etwas erholen könnte. "Grund für diese Annahme sind die ergriffenen geld- und fiskalpolitischen Maßnahmen zur Belebung der Konjunktur, die im Laufe des Jahres Wirkung zeigen sollten", urteilt Postbank-Experte Thilo Heidrich.

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