Berichtssaison eröffnet
Dax-Ausblick: Unternehmen müssen liefern

Gespannt haben Marktbeobachter die neue Berichtssaison erwartet. Nun muss sich zeigen, ob die harten Fakten halten, was die Hoffnungen in die Kurse gelegt haben. Erste Ergebnisse, zum Beispiel vom US-Konzern Alcoa, haben die Anleger überzeugt. In der kommenden Woche geht es weiter; vor allem Banken präsentieren ihre Zahlen. Was Marktbeobachter erwarten.
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HB FRANKFURT. Rund 250 Punkte hat der Dax in dieser Woche zugelegt. Die psychologisch wichtige Punktezahl 5 700 hat der deutsche Leitindex wieder überwunden. Diese Entwicklung signalisiert vor allem Hoffnung. Schon seit Monaten spielen die Aktienmärkte das Ende der Krise. Zuletzt haben Skeptiker das aktuelle Kursniveau immer wieder unter den Vorbehalt der Zahlen gestellt, die erst noch zeigen müssten, ob es tatsächlich aufwärts geht.

Im Fokus stehen da zu einen die Unternehmen. Wenn ihre Bilanzen die Erholung widerspiegeln, dann - so die Meinung vieler Aktienstrategen - manifestiere sich das Bild einer sich stabilisierenden Wirtschaft. Gerade hat die Saison der Berichte zum dritten Quartal begonnen. Die Ergebnisse müssen nun die Erwartungen bestätigen.

Traditionell hat der US-Aluminiumkonzern Alcoa den Startschuss gegeben. Er ist wieder in die Gewinnzone zurückgekehrt und hat damit die Finanzmärkte überrascht. Die Stimmung hellte sich sogleich ordentlich auf und sorgte für steigende Kurse rund um den Globus.

Nun kommt die Bilanzsaison richtig in Schwung. Viele Experten sind optimistisch und glauben, dass die Kurse am Aktienmarkt in der kommenden Woche weiter steigen. Hochgeschraubt sind vor allem die Erwartungen an die großen US-Banken. "Wir hatten einen ausgesprochen positiven Auftakt der Berichtssaison, und ich gehe davon aus, dass sich dieser Trend fortsetzt", sagt Aktienstratege Carsten Klude von MM Warburg. "Tendenziell sind die Gewinnerwartungen für das dritte Quartal immer noch sehr zurückhaltend. Ich kann mir vorstellen, dass wir viele positive Überraschungen sehen werden", schätzt auch Markus Reinwand von der Helaba.

"An den Aktienmärkten wird das Zeitfenster für größere Kursrückschläge eng, da erfahrungsgemäß zum Jahresende die Anleger eher mit Käufen aufwarten als mit Verkäufen", glaubt Arnim E. Kogge vom Stuttgarter Bankhaus Ellwanger & Geiger. Er wertet es positiv, dass der Dax seine Unterstützungslinie von 5 480 Punkten halten konnte. Der Weg sei nun wieder frei bis 5 850 Punkte.

Jens Herdack von der Weberbank warnt indes: "Sehr viel scheinen die Kurssteigerungen der letzten Monate vorweg genommen zu haben. Sollten die Ergebnisse nicht deutlich positiv überraschen, dann wäre eine Kurskorrektur unvermeidlich." Offen sei noch, wie die Zahlen interpretiert werden: "Wird es ausreichen, die Margen aufgrund von Kostensenkungen gesteigert zu haben, oder werden die Analysten verstärkt darauf achten, ob sich die Umsätze der Unternehmen wieder erholen?" Denn langfristig bringe es nichts, Kosten zu sparen, wenn der Absatz stagniert oder gar weiter zurückgeht.

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