Berichtssaison tritt in heiße Phase
Dax-Ausblick: Hoffen auf frischen Wind

Endlich kommen sie, die an der Börse sehnlich erwarteten Unternehmensnachrichten. Die Berichtssaison tritt in ihre heiße Phase. Jetzt soll sich zeigen, dass die Wirtschaft immer noch brummt. Aktienstrategen erhoffen sich frischen Wind für die Kurse – in denen aber bereits viel Erwartung eingepreist ist.

HB DÜSSELDORF. In der kommenden Woche dürfte das Wohl und Wehe des Dax vor allem von Zwischenberichten wichtiger Konzerne wie Daimler-Chrysler und Siemens bestimmt werden. „Die Grundtendenz dürfte in der kommenden Woche eher nach oben zeigen. Denn die Unternehmensdaten dürften positive Akzente setzen“, erwartet Aktienstratege Carsten Klude von MM Warburg. „Trotz Sommerloch könnten die Kurse anziehen.“

Optimistisch sind auch die Analysten der Landesbank Berlin. Sie erhöhten ihre kurz- bis mittelfristige Einschätzung für den Dax und begründeten dies unter anderem mit der guten Konjunkturlage und den zahlreichen Übernahmen und Fusionen. Den Dax erwarten sie in sechs Monaten bei 8 900 Punkten. Allerdings werde der Weg dorthin keineswegs geradlinig verlaufen. „Die seit Anfang Juni erhöhte Volatilität dürfte erhalten blieben“, schreiben sie in einem Marktkommentar.

Auch Heinz-Gerd Sonnenschein von der Postbank geht davon aus, dass der jüngste Zickzackkurs am deutschen Aktienmarkt weitergehen wird. „In den nächsten Wochen und Monaten könnte sich der Dax zwischen 7 500 und 8 200 Punkten bewegen.“ Für die kommende Woche rechnet er damit, dass der deutsche Leitindex um die Marke von 8 000 Punkten pendeln wird. In dieser Handelswoche hat der Dax gut ein Prozent verloren. Teilweise glichen die Kursbewegungen in ihrem Auf und Ab einer Achterbahnfahrt.

„Die Aktienmärkte befinden sich in einer Konsolidierungsphase“, begründen die Börsenexperten des Stuttgarter Bankhauses Ellwanger & Geiger diese Volatilität, „daran ändert auch nichts, dass zwischendrin Höchstkurse erreicht wurden“. Als "Beruhigungsfaktor" werten die Experten die von ihnen beobachtete geringe Abgabebereitschaft. Nach wie vor würden viele Investoren auf einen Rückschlag warten, um neu einzusteigen. „Kurzfristig dürfte sich also der deutsche Aktienmarkt weiter in seiner Bandbreite von 200 Dax-Punkten bewegen“, schreiben sie in ihrer aktuellen „Marktmeinung aus Stuttgart“. Den Dax sehen sie derzeit "leicht unter seiner psychologischen Unterstützungslinie von 8 000 Punkten", aber noch oberhalb der nächsten Unterstützungslinie bei 7 750 Punkten.

Auch der technische Analyst Matthieu Driol rechnet nicht mit einer weiteren Abwärtsbewegung des Dax; er schätzt das Potenzial in den kommenden zwei bis vier Wochen ähnlich wie die Sttuttgarter Kollegen ein: "Der Index kommt noch nicht gegen den Widerstand bei 8 136 Punkten an. Erst wenn es ihm gelingt, diese Hürde zu überwinden, ist der Weg bis zu 8 293 Zählern frei."

Mit Optimismus blicken Anleger in die kommende Woche. Investoren beim Daytradebroker Clickoptions erwarten einen kurzfristigen Aufschwung am Markt, wie die aktuelle Sentimentanalyse des Brokers zeigt. Fast die Hälfte der Dax-Investoren setzt demnach darauf, dass der Leitindex sein Niveau weitestgehend halten oder leicht ausbauen wird. Weitere 25 Prozent sehen sogar kurzfristig steigende Kurse am deutschen Markt. "Ein großer Teil der Anleger rechnet derzeit damit, dass der Dax kurzfristig wieder ordentlich zulegen kann", sagt Clickoptions-Sprecher Richard Ohl, "einige dieser Investoren sehen das Kursziel kurzfristig bei bis zu 8 650 Punkten".

Seite 1:

Dax-Ausblick: Hoffen auf frischen Wind

Seite 2:

Seite 3:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%