Berkshire Hathaway: Buffett ernennt Nachfolger - und will einkaufen

Berkshire Hathaway
Buffett ernennt Nachfolger - und will einkaufen

Der US-Investor Warren Buffett hat offenbar einen Nachfolger gefunden. Den Namen des Auserwählten nennt er allerdings nicht. Der 81-Jährige will sowieso noch viele Jahre weitermachen. Bald könnte er wieder zuschlagen.
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New YorkDer Nachfolger für Milliardär Warren Buffett in seiner Investmentfirma Berkshire Hathaway steht fest - der Name ist aber noch unter Verschluss. Buffett verkündete am Samstag in einem Schreiben an die Aktionäre, ein Nachfolger sei auserkoren. Mehr wollte er jedoch nicht verraten. „Das Direktorium ist genauso begeistert von dem neuen Chef wie ich“, frohlockte der 81-Jährige, der sich bester Gesundheit erfreut. An Rücktritt denke er jedoch nicht. Trotz seines fortgeschrittenen Alters will sich Buffett zunächst weiter selbst um die zahlreichen Beteiligungen seiner Investmentgesellschaft kümmern.

Bis zu seinem Tod könne er noch locker zwölf Millionen Kalorien zu sich nehmen, scherzte Buffett, der bekanntlich viel Rindfleisch isst. Bei einem durchschnittlichen Konsum peilt Buffett also offenbar ein Alter von mindestens 100 Jahren an. Analysten werteten die Ankündigung dennoch als Versuch, allmählich die Übergabe an einen Nachfolger vorzubereiten. „Es gibt vermutlich einen Zeitplan für einen Rücktritt von zwei, drei Jahren“, sagte Michael Yoshikami von Destinaton Wealth Management. Firmenkenner halten es für möglich, dass Ajit Jain in die Fußstapfen von Buffett tritt. Jain leitet das Rückversicherungsgeschäft von Berkshire, wo es allerdings zuletzt nicht rund lief. Dem Brief zufolge stehen zudem zwei Ersatzkandidaten bereit. Auch deren Namen wurden nicht genannt.

Die Nachfolge-Frage beschäftigt die Firma seit Jahren. Der lange als Anwärter gehandelte David Sokol war nach einem umstrittenen Aktienkauf vergangenes Jahr überraschend aus dem Unternehmen ausgeschieden. Auf jeden Fall ist die Botschaft nun: Ein Nachfolger steht bereit. Es wird also nicht so sein, dass dem Direktorium eine Kandidatenliste vorgelegt wird, wie einige erwartet hatten. Dass er nicht daran denkt, mit dem Arbeiten aufzuhören, machte Buffett in dem Brief mit einem Schwank aus seinem Leben deutlich: Die ehemalige Geschäftspartnerin Rose Blumkin verkaufte Buffett eine Beteiligung, als sie 89 Jahre alt war. Sie arbeitete danach noch bis zu einem Alter von 103 weiter. „Sie hörte auf zu arbeiten und starb ein Jahr später.“

Diese Episode erzähle er jedem Berkshire-Manager, der auch nur an Rente denke. Buffett, der in Anspielung auf den Berkshire-Firmensitz und sein Gespür für Investments auch als Orakel von Ohama bezeichnet wird, lenkt seit 47 Jahren die Geschicke der Firma. Er arbeitet eng mit seinem Partner Charlie Munger zusammen. Das Konglomerat beschäftigt weltweit mehr als 270.000 Menschen. Auch dieses Jahr wird Berkshire nach den Worten von Buffett Geld für große Investitionen in die Hand nehmen. „Meine Aufgabe ist klar, und ich bin auf der Lauer.“

Buffett war einer der wenigen, der auch während der Krise nicht vor größeren Investments zurückschreckte. Der Munich Re -Aktionär kaufte im vergangenen Jahr unter anderem den Chemiekonzern Lubrizol für neun Milliarden Dollar, steckte fünf Milliarden Dollar in die Bank of America und wurde für elf Milliarden Dollar zum größten IBM-Anteilseigner.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Soll uns wohl darauf vorbereiten, ein höheres Pensionsantrittsalter zu akzeptieren.
    Soll uns wohl ein höheres Pensionsantrittsalter schmackhaft machen.

  • "... von 103 weiter. „Sie hörte auf zu arbeiten und starb ein Jahr später.“ - Soll uns wohl darauf vorbereiten ein höheres Pensionsantrittsalter schmackhaft zu machen. Leider erreichen solches Lebensjahreszahlen nur Menschen, die nie haben körperlich arbeiten müssen. Und: Nein, ich akzeptiere keine verlängerte Lebensarbeitszeit zugunsten der Reichen, bei denen sich unsere Regierung, bis zum Staatsbankrott hin, Geld ausgeliehen hat, das korrupte Politiker mit Steuergeschenken haben absichtlich einzusammeln vergessen.

    Ein Staat gilt als bankrott, wenn er nicht mehr fähig oder nicht mehr des Willens ist, seinen Versprechen nachzukommen!

    Dies trifft ja durch ein verlängertes Pensionsantrittsalter genauso zu wie durch gekürzte Pensionszahlungen ...

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