Berkshire Hathaway

Buffett sucht Streit

Der Milliardär Warren Buffett sucht eine Herausforderung: Er will sich ein Streitgespräch mit einem Kritiker liefern. Allerdings ist es gar nicht so einfach, jemanden zu finden, der gegen den Investor antreten will.
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Buffett sucht einen Skeptiker für die Fragerunde bei der Jahrestagung von Berkshire Hathaway. Quelle: AFP

Buffett sucht einen Skeptiker für die Fragerunde bei der Jahrestagung von Berkshire Hathaway.

(Foto: AFP)

New YorkAn Skeptikern hat es in der Karriere des Milliardärs Warren Buffett im Laufe der Jahre nicht gefehlt. Immer wenn der Aktienkurs von Berkshire Hathaway nachgab, fanden sich kritische Stimmen. Jetzt - da die Aktien eine Rally erleben - muss Buffett jedoch nach einem Skeptiker suchen.

Der Vorsitzende und Vorstandschef von Berkshire will einen professionellen Anleger finden, der bei der Hauptversammlung der Investmentholding am 4. Mai in Omaha im US-Bundesstaat Nebraska in einer Fragerunde auftreten soll - neben Analyst Cliff Gallant von Nomura und Jonathan Brandt von Ruane Cunniff & Goldfarb.

Voraussetzung für den Posten: der Kandidat muss Berkshire kritisch betrachten oder auf einen Kursrückgang wetten. Das geht aus Buffetts Jahresbrief an seine Investoren vom 1. März hervor.

„Das klingt wie Daniel in der Löwengrube“, sagt Jeff Matthews, Aktionär von Berkshire und Autor mehrerer Bücher über Buffett. „Es wird faszinierend sein zu sehen, (a) wer anbeißt und (b) ob der Kerl tatsächlich lebendig wieder aus dem Raum kommt.“

Die Aufforderung zur Bewerbung ist der neuste Kniff für die Jahreshauptversammlung von Berkshire. Jedes Jahr lockt das Treffen zehntausende Aktionäre an, die die Ansichten von Buffett und dem Vizevorsitzenden Charles Munger über Investments, Corporate Governance, Wirtschaft, Politik und das Leben erfahren wollen. Buffett – der früher auch mal Einblicke in seine Ansichten über Baseball oder Paris Hilton gab - hat den Fokus in den letzten Jahren wieder verstärkt auf Berkshire gelenkt.

Im Jahr 2009 hatte Buffett eine Reihe Journalisten eingeladen, darunter auch seine langjährige Freundin Carol Loomis, die für die Zeitschrift Fortune schreibt, Becky Quick von CNBC und Andrew Ross Sorkin von der New York Times. Die Medienvertreter durften dann abwechselnd mit dem Publikum Fragen stellen.

Letztes Jahr wurde der Hauptversammlung ein Gremium aus drei Versicherungsanalysten hinzugefügt, die mehr Fragen zu den Berkshire-Versicherungsgeschäften wie Geico oder General Re stellten. Der Ansatz habe sich als zu eng gefasst herausgestellt, schreibt Buffett in dem diesjährigen Brief.

„Das Unternehmen ist eine Schatzkiste“
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9 Kommentare zu "Berkshire Hathaway: Buffett sucht Streit"

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  • Tja, wer Hamburger und Ketchup als Steckenpferde hat ist eben kein globaler Denker, sondern vertritt den amerikanischen Geschmack und keine Haute Cuisine. Von Buffets "Geschmack" halte ich demnach nichts.

  • Open the door, get on the floor Everybody walk the dinosaur!

  • Genau, Buffet hat keine Ahnung, aber zum Glück gibt es ja Sie!

  • Ich fand seine Äußerungen zu Apple hoch interessant. Mit der Meinung, dass Apple derzeit stark unterbewertet dasteht, ist er offenbar in guter Gesellschaft.

  • Schönes Interview mit Buffet auf CNBC. Daher hat das Handelsblatt auch abgekupfert.

    Er und sein Co haben laut eigenen Aussagen schon seit Jahrzehnten keine Makrodaten mehr angeschaut. Sind denen wurscht. Auch die Wahl in Italien oder irgendwelche Futures, die gerade mal wieder im Minus sind, interessieren ihn nicht.

    Empfehlung von Buffet an Privatanleger - kauft Euch preiswerte Indexfonds und tut so als ob die Börse für 5 Jahre geschlossen ist. An allem anderen verdient nur der Verkäufer/die Bank.

    Ein nettes Buffet-Zitat:

    "Die Linie, die Investieren von Spekulieren trennt, ist nie sehr klar, und wird erst recht unscharf, wenn die Marktteilnehmer Erfolge geniessen. Nichts dämpft die Rationalität mehr, als hohe Dosen mühelos verdientem Geld. Solche Erfahrungen machen aus normalerweise vorsichtigen Menschen eine Cindarella auf einem Ball. Sie wissen, dass das Fest zu 3/4 von Spekulationen in Unternehmen besteht, deren Bewertungen gigantisch sind im Verhätnis zum Geld, dass sie in Zukunft erwirtschaften. Totzdem möchten sie nicht eine Minute der Party verpassen. All die albernen Festteilnehmer haben vor, die Party genau 1 Minute vor Mitternacht zu verlassen, das jedoch wird zum Problem. Sie tanzen in einem Saal, in dem die Uhren keine Hände haben."

  • Warren Buffet hat vor Jahrzehnten einige richtige Entscheidungen getroffen. Allerdings stellt sich die Frage ob er immer wieder in der Lage ist richtige Entscheidungen zu treffen. Es stellt sich dann die Frage ob er in Hinsicht auf die Zukunft nicht überschätzt wird.

    Vandale

  • Buffett und sein schwerreiches Gesocks habem den Armen dieser Welt den Krieg erklärt! Dieser alte Greis glaubt tatsächlich daran, das seine gekauften Politik- und Lobbyisten-Söldner diesen Krieg gegen die Masse der weltweit Verarmenden und Armen gewinnen kann.
    Sie wollen diese Menschen einfach verhungern lassen.
    Buffet und seine Geistesbrüder täuschen sich gewaltig.
    Man hat durch den Turbokapitalismus und die Neoliberalisierung der Märkte vielleicht eine Schlacht gewonnen, aber den selbst heraufbeschworenen Krieg „Reich gegen Arm“, diesen Krieg werdet ihr niemals gewinnen können. Einigkeit macht stark - dies ist so was wie eine letzte Warnung, denn unser Rückschlag ist längst in Planung, euer Niedergang für immer und was wir hören, ist euer weinen und euer Gewimmer.

  • Das ist eine journalistische Torschlusspanik. Nach "seinem Torschluss" können sie nur noch alle runden Jahre als Anlasszeitpunkt "Buffet hätte...Buffet würde sicherlich..." berichten. Auf jeden Fall ist er beliebter als alle Banken zusammen und jede für sich allein weil er so authentisch aber doch gerissen genug ist - das Resultat zeigt es eindrücklich.

  • Liebe Redaktion, was steckt denn hinter der kürzlichen "Buffet"-Inflation beim Handelsblatt?
    Das macht Ihr jetzt aber nicht mehr - wie schon mal - 4 Buffet-Artikel an einem Tag! Versprochen?

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