Beschleunigtes Bookbuilding-Verfahren
WestLB trennt sich von Börse-Aktien

Die unter Druck geratene WestLB hat ihre rund zweiprozentige Beteiligung an der Deutschen Börse AG veräußert.

HB DÜSSELDORF. Ein Sprecher der Bank sagte am Dienstag in Düsseldorf, das Institut habe seinen Anteil für 43,60 € je Aktie platziert. Käufer des Anteils von rund zwei Mill. Aktien oder zwei Prozent am Deutsche-Börse-Kapital seien institutionelle Investoren in den USA und Europa gewesen. Zum Platzierungspreis habe das Paket damit einen Gegenwert von rund 85 Mill. €. „Wir hatten eine sehr gute Resonanz. Das Volumen war mehrfach überzeichnet“, betonte Markus Hackenberg, Leiter Aktiensyndizierung bei der WestLB. Die Aktie der Deutschen Börse notierte am Nachmittag 1,6 % im Plus bei 45,05 €.

Von Anteilen an der Deutschen Börse haben sich unter anderem auch die Deutsche Bank und die Allianz sowie andere Banken getrennt, die Anteile noch aus der Zeit vor dem Börsengang besaßen. Der Börsengang der Deutschen Börse hatte im Frühjahr 2001 stattgefunden.

WestLB-Vorstandschef Johannes Ringel hatte in der Vergangenheit bereits mehrfach angekündigt, die Bank werde in Zukunft ein anderes Beteiligungssystem haben. Dieses werde eher kundenorientiert sein und nicht mehr große Pakete wie TUI oder HVB umfassen. Von ihrem Anteil von rund 31 % an der TUI wolle sich die Bank mittelfristig trennen. Die Ankündigung hatte Übernahmespekulationen um die TUI ausgelöst, die dem in Hannover ansässigen Konzern einen deutlichen Kurszuwachs beschert hatten.

WestLB berät über Strategie

Am Nachmittag kam der Aufsichtsrat der WestLB nach Angaben eines Sprechers zu Beratungen über die Strategie der Bank in Münster zusammen. Eckpfeiler der Strategie stehen dabei bereits: Das Drei-Säulen- Modell der Bank, über das die Aufsichtsräte bereits in der Vergangenheit beraten haben, setzt sich aus regionalem und internationalem Geschäft sowie Sparkassendienstleistungen zusammen. Details der künftigen Ausrichtung wie etwa der künftige Umfang des Auslandsgeschäfts, müssen indes noch geklärt werden. Endgültige Klarheit über die Lage der WestLB AG, ihre detaillierte Strategie und einen weiteren Abbau von Arbeitsplätzen wird es aber nach Angaben aus Kreisen der Anteilseigner aber auch nach dieser Sitzung nicht geben.

Die erwarteten Gutachten zur Lage der Bank, die mögliche weitere bilanzielle Risiken behandeln sollen, würden voraussichtlich erst im Oktober in vollem Umfang vorliegen, hieß es vor der Sitzung im Lager der Eigentümer. So sei auch ein neues Gutachten der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), das die Kredite der Bank durchleuchten soll, wahrscheinlich erst im kommenden Monat zu erwarten. „Da wird nicht viel passieren. Die Zahlen liegen noch nicht auf dem Tisch“, hieß es mit Blick auf die Aufsichtsratssitzung.

Die WestLB hatte im Geschäftsjahr 2002 einen Vorsteuerverlust von 1,7 Mrd. € geschrieben. Im ersten Halbjahr 2003 entstand ein Vorsteuerverlust von 359 Mill. €. Ringel hatte angekündigt, in diesem Jahr reinen Tisch machen und alle bilanziellen Risiken klären zu wollen.

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