"Beste Gelegenheit wurde verpasst"
Daimler-Aktien verlieren nach Verbleib von Schrempp

Die Enttäuschung über den Verbleib von Jürgen Schrempp an der Spitze von DaimlerChrysler hat nach Einschätzung von Händlern die Investoren am Freitag verstärkt zum Verkauf der Aktie bewegt.

HB FRANKFURT. Die Papiere des des deutsch-amerikanischen Autobauers - ein Schwergewicht im Deutschen Aktienindex (Dax) - verzeichneten am Vormittag ein Minus von von 1,6 Prozent auf 37,70 Euro. Sie lagen damit klar schwächer als der Dax oder andere Autohersteller wie Volkswagen oder BMW, die beide sogar Kursgewinne aufwiesen.

Am Vortag hatte sich der Aufsichtsrat der Stuttgarter in New York nach einer Sitzung ausdrücklich hinter Schrempp und seine Strategie der „Welt-AG“ gestellt. Das Gremium sprach Schrempp deutlich das Vertrauen aus, ebenso wie Finanzchef Manfred Gentz zuvor in einer Telefonkonferenz. Zuvor hatten die eingeleitete Notbremse bei der Finanzierung des angeschlagenen japanischen Partners Mitsubishi Motors sowie Spekulationen über eine mögliche Ablösung des Vorstandschefs für Kursgewinne bei Daimler-Chrysler-Aktien gesorgt.

„Die beste Gelegenheit, die es bisher gab, um Schrempp abzulösen, wurde gestern verpasst und das enttäuscht einige Anleger“, sagte ein Fondsmanager am Freitag, der namentlich nicht genannt werden wollte. Aktienhändler äußerten sich ähnlich.

Der Fondsmanager wies allerdings auch auf die deutlichen Kurssteigerungen der Daimler-Aktien in den vorigen Wochen hin. „Die Papiere haben sich nach den guten Ergebnissen von General Motors und Ford und der Entscheidung von Daimler, von Mitsubishi abzurücken, so gut entwickelt, dass die Luft allmählich dünn wird.“ Daimler-Chrysler müsse künftig ähnlich gute Ergebnisse wie die am Vortag vorgelegten Quartalszahlen liefern, um dem Kurs noch einmal deutlich Auftrieb zu geben. „Aber im Moment legt die Aktie eine Verschnaufpause ein“, sagte der Fondsmanager. In den vergangenen beiden Wochen haben die Aktien rund 13 Prozent an Wert gewonnen.



Fondsmanager Michael Schneider von der Deka Gruppe maß dem angekündigten Ausstieg aus der Finanzierung von Mitsubishi Motors eine größere Bedeutung als den vorangegangenen Spekulationen um Schrempps Ablösung bei: „Das ist viel wichtiger für uns, als dass Herr Schrempp zurücktritt.“ Die Fondsgesellschaft, die rund zwölf Millionen Daimler-Aktien hält, hatte bei der jüngsten Hauptversammlung gegen die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat gestimmt.

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