Betrugstaktik
Achtung! Aktien-Spam im Anmarsch

Betrüger hacken sich in Aktiendepots ein und verkaufen die Bestände, um dann ihre Penny-Stocks zu kaufen. "Pump and dump" heißt diese schwer zurückzuverfolgende, nachweisbare Betrugstaktik. Eine neue Software soll Zockern nun das Leben schwer machen - und Banken helfen, den Betrug zu entlarven.

DÜSSELDORF. Die Fahnder der Börsenaufsicht SEC waren platt, als sie Jonathan Lebed endlich zu sehen bekamen. Über Monate hatte 2001 der erst 15-jährige Schüler unter verschiedenen Decknamen in Web-Aktienforen mit dreisten Lügen wertlose Papiere hochgeschrieben und dann seine Bestände verkauft. Der beste Tagesgewinn habe 74 000 Dollar betragen, räumte er ein und zahlte 285 000 Dollar Strafe.

"Pump and dump" heißt diese Betrugstaktik. Früher saßen Telefonverkäufer in billigen Büros und verkauften "Penny Stocks", damit die Kurse "aufgepumpt" wurden und die Erstkäufer auf dem Top günstig "abladen" konnten. Heute jagen in einer Minute Millionen E-Mails durch das Web. "Stock Alert" - "Der nächste Super-Gewinner" - "Break Out Situation" sind typische Headlines.

Doch VeriSign will den Zockern das Leben schwerer machen. Der Sicherheitsspezialist startet den ersten "Pump&Dump"-Service im Rahmen seiner Betrugsabwehr. Kunden von VeriSign sind Banken wie HSBC oder der Broker Charles Schwab.

Das Modul soll auf Basis umfassender Finanzmarkt-, Bank- und Kundendaten schon bei der Ordereingabe, etwa auf einer Online-seite, erkennen, ob es sich um eine aktuelle "Pump"-Aktion mit einem der unzähligen Nebenwerte handelt, verspricht Joachim Gebauer von VeriSign Deutschland. In Echtzeit wird unter anderem nachgeprüft, ob vor der Ordererteilung ungewöhnlich viele Transaktionen stattfanden und ob weitere Kunden der Bank gerade überraschend dieses obskure Papier kaufen wollen. Die Order wird mit dem "klassischen" Kaufmuster verglichen und der "Hacker-Test" gemacht. Betrüger hacken sich gerne in Aktiendepots ein und verkaufen die Bestände, um dann ihre Penny-Stocks zu kaufen. Das ist schwer zurückzuverfolgen oder nachzuweisen. "Solche Aktionen laufen blitzschnell in zwei bis drei Stunden ab", so Gebauer. Sollen Dax-Werte gegen unbekannte Pharmatitel aus dem OTC-Markt getauscht werden, läuten jetzt die Alarmglocken. Dem Kontoinhaber könne dann etwa eine SMS geschickt werden mit Bitte um ausdrückliche Bestätigung der Order. "Das hilft nicht nur dem Kunden", so Gebauer. "Es mindert auch das Haftungsrisiko der Banken."

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