Bilanzen und Ölpreis
Wall Street vor turbulenter Woche

Mit Bilanzen von Branchengrößen wie dem Konsumgüterhersteller Procter & Gamble und dem Technologiekonzern Cisco Systems steht der Wall Street wohl erneut eine turbulente Woche bevor. Mit jedem Hinweis auf eine nachlassende Kauflust der Verbraucher oder eine allgemeine Abkühlung der Konjunktur könnten die Börsenkurse wieder ins Taumeln geraten.

HB NEW YORK. Erst am Freitag hatte der überraschend hohe Verlust des Autoriesen GM die US-Börsen belastet. Der Blick der Anleger wird sich in den kommenden Tagen zudem auf die US-Notenbank und ihre Einschätzung der Wirtschaftslage richten, während der Ölpreis weiter als großer Unsicherheitsfaktor gilt.

"Wir haben gerade erst zwei Drittel der Bilanzsaison hinter uns", sagte Fred Dickson von D.A. Davidson & Co. Deshalb würden sich die Händler weiter auf die Unternehmenszahlen konzentrieren. So wird am Dienstag neben dem Pampers-Hersteller Procter & Gamble und dem Netzwerkausrüster Cisco auch der Versicherer American International Group seine Bilanz vorlegen.

"Im allgemeinen waren die Anleger erleichtert, dass die Gewinne bisher besser ausfielen als erwartet", sagte Dickson weiter. "Die Messlatte lag aber auch furchtbar niedrig." Und obwohl sich bei den Bilanzen bisher ein verhalten positiver Trend abzeichnete, konnten die Kursbarometer der Wall Street in der vergangenen Woche denn auch kaum Boden gutmachen. Sie waren zudem nicht allzu weit entfernt von den tiefsten Ständen seit Jahren, auf die sie Mitte Juli gesunken waren.

Unter dem Schock des 15-Milliarden-Dollar-Verlustes bei General Motors schloss der Dow-Jones-Index der Standardwerte am Freitag 0,45 Prozent im Minus bei 11.326 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index gab um 0,56 Prozent auf 1260 Zähler nach. Der Technologie-Index Nasdaq sank um 0,63 Prozent auf 2310 Punkte.

Selbst wenn die Bilanzen in der kommenden Woche etwas Optimismus auf das Parkett bringen sollten, werden die Anleger ihre Sorgen um die Wirtschaft angesichts der Kreditkrise noch immer nicht abschütteln können. Schließlich waren sie mit dem beunruhigenden Wissen um eine Juli-Arbeitslosenrate von 5,7 Prozent - der höchsten seit vier Jahren - ins Wochenende gegangen.

Diese Schwäche des Arbeitsmarktes zusammen mit einem überraschend niedrigen Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal gab den Erwartungen Nahrung, dass die US-Notenbank die Zinssätze für mehrere Monate bei 2,0 Prozent belassen wird. Im Mittelpunkt des Interesses steht deshalb nach der Fed-Sitzung am Dienstag neben dem Zinsentscheid vor allem, wie die Notenbank die weitere Entwicklung der US-Wirtschaft sieht.

Doch nach Einschätzung von Dickson wird vor allem der Ölpreis für Bewegung am Aktienmarkt sorgen - jedoch nur in einem geringen Rahmen. "Wir haben die Fed-Sitzung, aber ich erwarte keine großen Reaktionen darauf", sagte Dickson. "Ich glaube, dass der Markt in einem ziemlich engen Handelsrahmen verharren und nur mit den täglichen Veränderungen des Ölpreises rauf und runter gehen wird." Ein Barrel Rohöl kostete gut 125 Dollar - ein Plus von mehr als einem Dollar. Die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten dürften zu weiteren Preisschwankungen führen.

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