BIZ: Kreditderivate tragen die "Saat der eigenen Zerstörung" in sich
Kritiker sehen Schwachstellen bei Kreditderivaten

Derivate sind "hipp". Noch beeindruckender als das Wachstum börsengelisteter Produkte wie Optionen, Futures und Optionsscheine ist der Boom bei außerbörslichen Derivaten. Exorbitante Wachstumsraten weisen dabei die seit vielen Jahren boomenden Kreditderivate auf, die während der vergangenen Jahre unter allen Derivate-Kategorien das größte Wachstum erzielten. Ihr Volumen hat sich in den vergangenen sechs Jahren in etwa verzehnfacht.

"Es wird erwartet, dass diese Entwicklung in den nächsten Jahren anhält", prophezeit Dirk Effenberger vom Deutsche Bank Research ein anhaltendes Wachstum. Kreditderivate sind Finanzinstrumente, die eine Separierung und anschließende Übertragung des Kreditrisikos eines Finanzgeschäfts ermöglichen. Dass diese Kreditrisiken von Anleihen, Darlehen und anderen Kreditarten durch Derivate handelbar gemacht werden können, hat zwar zahlreiche positive, allerdings auch negative Implikationen auf die Finanzmärkte.

So äußert sich die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) kritisch zum Wachstum von Kreditderivaten. Für Banken, die die Schwäche der Finanzmärkte in den vergangenen Jahren auch durch den Einsatz von Kreditderivaten überlebt hätten, gebe es noch keinen Grund zum Jubel. Die BIZ äußert erhebliche Zweifel daran, dass es den Banken in Zukunft weiterhin gelingen könne, Ertrags-Verbesserungen in ihren Bilanzen dadurch auszuweisen, indem sie Risiken aus Kreditgeschäften an andere Investoren - an die "Risikokäufer" - übertragen. Einige dieser Instrumente könnten die "Saat der eigenen Zerstörung" in sich tragen, warnt die BIZ, die im Zusammenhang mit dem möglicherweise unsachgemäßen Umgang von Kreditderivaten das Risiko eines möglichen Systemrisikos aufzeigt.

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