Börse Johannesburg
Anleger zieht es nach Südafrika

Die Johannesburger Börse überrascht weiterhin mit außergewöhnlich starkem Wachstum und profitiert dabei besonders von den wiedererstarkten Rohstoffpreisen. Darüber hinaus zieht auch das Baugewerbe kräftig an. Experten rechnen allerdings mit einem baldigen Ende des Booms.

JOHANNESBURG. Die Johannesburger Börse (JSE) zählt zu den wenigen Aktienmärkten, die nach der weltweiten Korrektur vor sechs Wochen gleich mehrfach neue Höchststände erklommen haben. Zur Wochenmitte schnellte der JSE-Gesamtindex mit fast 28 000 Punkten auf einen weiteren Rekordstand – dem sechsten in Folge. Seit dem kurzzeitigen Rückschlag auf 24 919 Punkte Anfang März ist die Börse am Kap damit um mehr als zwölf Prozent gestiegen und liegt nun sogar noch einmal vier Prozent höher als vor ihrer Korrektur.

Verantwortlich für das starke Abschneiden der JSE sind nach Ansicht von Paul Hansen von der Bankengruppe Stanbic vor allem die Erholung der Rohstoffpreise im vergangenen Monat. So konnte der JSE-Goldindex um mehr als fünf Prozent zulegen. Auftrieb verlieh dem Goldpreis zudem die optimistische Preisprognose des unabhängigen Londoner Edelmetallhändlers Gold Fields Mineral Services (GFMS). Dieser rechnet beim Gold mit einem anhaltenden Aufwärtstrend. Sollte die US-Wirtschaft stärker korrigieren, dürfte der Preis nach seiner Erwartung mittelfristig sogar auf 850 Dollar pro Feinunze steigen.

Goldproduzent Anglogold Ashanti plant wegen der insgesamt guten Aussichten, seine Kapitalausgabe in diesem Jahr um fast ein Drittel auf 1,1 Mrd. Dollar zu erhöhen. Ein Großteil davon soll in die Erschließung seiner Boddington-Goldmine in Australien fließen. Der drittgrößte Goldförderer der Welt besitzt daran einen Anteil von 33 Prozent. Der Rest wird von der amerikanischen Newmont Mining kontrolliert. Zudem wird Anglogold seine Explorationsausgaben im heimischen Südafrika und in Ghana steigern.

Ein weiterer Grund für die deutliche Erholung der Johannesburger Börse findet sich laut Hansen in den höheren Infrastrukturausgaben, die am Kap einen Bauboom ausgelöst haben. Davon profitieren vor allem die großen Baugesellschaften wie Murray & Roberts, Group 5 sowie Aveng. Ausländische Investoren haben in diesem Jahr bereits Aktien im Wert von fast 22 Mrd. Rand an der JSE gekauft.

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