Börse
Rückfall auf alte Tiefstände droht

Die Unsicherheit ist zurück an den Börsen. Nachdem es in den vergangenen Wochen zunächst nach einer leichten Erholung ausgesehen hatte, rücken nun die alten Tiefstände näher. Aktienstrategen rechnen damit, dass es weiter abwärts geht. Besserung ist erst in der zweiten Jahreshälfte in Sicht.

FRANKFURT. Auch das kleine Plus zum Wochenstart - der Dax legt ein Prozent auf 4 054 Punkte zu - kann nicht darüber hinweg täuschen, wie ageschlagen die Aktienmärkte sind. Am vergangenen Freitag verteidigte der deutsche Leitindex mit Mühe und Not die psychologisch wichtige Marke von 4 000 Punkten und schloss rund fünf Prozent tiefer bei 4 015 Zählern - so schwach wie seit November 2004 nicht mehr.

Auch an den internationalen Börsen sind die wichtigsten Indizes so tief gefallen wie in früheren Krisenjahren. An der New Yorker Wall Street fiel der Dow Jones auf 7 365 Punkte; damit notierte die Fieberkurve der US-Wirtschaft so tief wie zuletzt 2002. "Der Bruch der wichtigen Unterstützung hat bei einigen für ein bisschen Panik gesorgt - dies belastete auch die Börsen in Übersee", sagte Matt McCall, Geschäftsführer der Penn Financial Group.

In Tokio rutschte der japanische Leitindex auf 7 376 Zähler. Weniger kosteten die Aktien der wichtigsten japanischen Unternehmen zuletzt vor 25 Jahren. Wie groß die Verunsicherung bei den Anlegern weltweit ist, zeigt der Goldpreis: Im New Yorker Handel wurden zeitweise mehr als 1 000 US-Dollar je Feinunze bezahlt.

Dabei hatten sich die Börsen nach dem dramatischen Verlusten im Oktober und November zuletzt einigermaßen stabilisiert. Die Aussicht auf eine "Bad Bank", die Banken faule Wertpapiere abnehmen soll, trieb den gesamten Markt kurzzeitig an. Ganz zaghaft kehrten institutionelle Investoren zurück, die das Feld vorher den Zockern überlassen hatten. Hoffnung keimte auf.

Mit den schlechten Konjunkturdaten aber kehrte die Unsicherheit an die Börsen zurück. Das Misstrauen gegenüber den Banken ist wieder gewachsen. An der Wall Street machen Gerüchte die Runde, eine der US-Großbanken könnte schon bald verstaatlicht werden. Für eine Entwarnung an den Börsen sei es deshalb zu früh, sagt Christoph Riniker vom Schweizer Bankhaus Julius Bär (siehe Interview). "Die Kurse dürften in den kommenden Wochen nochmals fallen".

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