Börse
Was die Bundestagswahl den Anlegern bringt

In Wahljahren schwanken die Börsen immer stark. Doch in diesem Jahr sind Analysten besonders besorgt. Denn die sinkenden Umfragewerte für eine schwarz-gelbe Mehrheit verheißen ihrer Ansicht nach nichts Gutes. Wie sich die Ergebnisse der Bundestagswahl auf die Finanzmärkte auswirken könnten.

FRANKFURT. Die jüngsten Umfragen zur Bundestagswahl bedeuten nichts Gutes für die Finanzmärkte. Die Strategen der Banken zumindest schauen sorgenvoll auf das schwindende Vertrauen der Bundesbürger in eine schwarz-gelbe Mehrheit. Die Börsianer fürchten alle Koalitionen, in denen diese beiden Parteien keine führende Rolle spielen. Am schlimmsten für die Börsen wäre ihrer Ansicht nach allerdings eine Pattsituation mit wochenlangen Spekulationen über die politische Ausrichtung der neuen Regierung.

"Es sieht inzwischen nach unangenehmen Überraschungen für die Märkte aus", sagt Harald Norbisrath, Leiter Vertrieb Private Kunden bei der Frankfurter Sparkasse (Fraspa). "Bislang hat die Börse eher Schwarz-Gelb gespielt, jetzt nimmt die Unsicherheit zu", meint Hans-Jürgen Delp, Chef-Anlagestratege für Privatkunden bei der Commerzbank. Eine Pattsituation zwischen links und rechts, die die Regierungsbildung in die Länge zöge, wäre das fatalste Ergebnis für die Börsenentwicklung, glaubt er. "An der Börse will man klare Fakten."

So dürfte eine neue schwarz-gelbe Regierungskoalition die Aktienbörsen denn auch tendenziell beflügeln, meinen die Strategen. Dagegen könnten die Aktienkurse unter einer rot geführten Regierung eher leiden, weil die Börsen dann stärkere Interessenkonflikte vorhersagten, so Delp. Am wenigsten Bewegung erwarten die Strategen, wenn die Große Koalition am politischen Ruder der Republik bliebe. Die Börsen könnten verschnupft - weil enttäuscht - reagieren, sagt Delp.

Allzu dauerhaft dürfte die Bundestagswahl die Finanzmärkte allerdings nicht beschäftigen, wie die Erfahrung lehrt. Ist die neue Regierung erst einmal gebildet, "gehen die Teilnehmer an den Märkten wieder zum Alltag über", erwartet Delp.

Verschiedenste Sparten der Finanzindustrie hoffen auf Schwarz-Gelb. "Mit der Großen Koalition haben wir keine guten Erfahrungen gemacht", sagt etwa ein Sprecher des deutschen Fondsverbands BVI unter anderem mit Blick auf Steuerpolitik und die Förderung der privaten Altersvorsorge. Von einem Finanzminister einer bürgerlich-liberalen Koalition verspräche sich der Verband auch mehr Rückhalt in der Europäischen Union (EU). Dort ringt er um die geplanten neuen Regeln für die Fondsindustrie.

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