Börse zeigt sich unbeeindruckt
Verdi fordert Ende des Feiertagshandels an der Börse

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi verlangt ein Ende des Börsenhandels an Feiertagen und droht, ihre Forderung notfalls mit einer Klage gegen die Deutsche Börse durchzusetzen.

HB FRANKFURT. „Wir fordern die Deutsche Börse nach dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu den Ladenschlusszeiten erneut auf, in Zukunft an Feiertagen die Börse geschlossen zu halten“, sagte Uwe Foullong, Verdi-Bereichsleiter für den Finanzsektor, am Freitag Reuters. Das Gericht habe klargestellt, dass die Sonn- und Feiertagsruhe unmittelbar durch die Verfassung geschützt und garantiert sei. „Notfalls muss man mit dem Spezialfall Deutsche Börse auch nach Karlsruhe gehen. Wir werden alle rechtlichen Möglichkeiten, die wir nach dem Urteil haben, ausschöpfen“, sagte er.

Ein Sprecher der Deutschen Börse wies die Forderung der Gewerkschaft zurück. Der Handel an Feiertagen sei rechtlich gedeckt, das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu den Ladenschlusszeiten greife in diesem Fall nicht. Beim Feiertagshandel gehe es um eine Frage des Arbeitsrechts und nicht des Ladenschlusses. Das Bundesverfassungsgericht hatte am Mittwoch einer Lockerung des Ladenschlussgesetzes eine Absage erteilt und die bisherigen Verbote bekräftigt. Seit gut fünf Jahren kann man in Frankfurt Wertpapiere an allen Feiertagen handeln, die nicht europa- und deutschlandweit gelten. Dazu gehört auch der Tag der Deutschen Einheit.

„Unsere Feiertagsregelung ist mit dem hessischen Arbeitsministerium abgestimmt“, sagte ein Sprecher der Deutschen Börse. Sie fuße auf geltendem Recht. Er trat auch der Kritik entgegen, die Deutsche Börse stehe mit dem Feiertagshandel in Europa alleine da und die Kunden würden ihn nicht annehmen. An Feiertagen würden bis zu 75 Prozent des normalen, durchschnittlichen Tagesumsatzes gehandelt. Selbst an der Börse Paris sei der Markt auch am französischen Nationalfeiertag, dem 14. Juli, offen.

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