Börsen-Ausblick
Wall Street blickt auf erste Daten für das Weihnachtsgeschäft

Die Anleger an den US-Börsen dürften ihre Aufmerksamkeit in der kommenden Woche auf zentrale Wirtschaftsdaten richten, von denen sie sich neue Rückschlüsse auf den Inflationsdruck erhoffen. Mit Spannung erwartet werden auch die Ergebnisse mehrerer Einzelhändler, die zudem einen Ausblick auf das bevorstehende Weihnachtsgeschäft geben sollen.

HB NEW YORK. Nach den Kongresswahlen in der vergangenen Woche sehen Experten nun durchaus Grund für Optimismus für das Weihnachtsgeschäft. Auch der Rücktritt von Verteidigungsminister Donald Rumsfeld könne dazu beitragen, die Stimmung vor Weihnachten aufzuhellen. "Ohne Rumsfeld gibt es Hoffnung, dass sich die Lage im Krieg verbessert", sagte Scott Vergin von Thrivent Financial. Der Rückgang der Gaspreise sei zudem gut für die Verbraucher gewesen und die Arbeitslosenrate sei sehr niedrig. "Es gibt also Leute, die Geld ausgeben können."

Die Kongresswahlen waren von der Verärgerung vieler Amerikaner über den Krieg im Irak bestimmt. Rumsfeld galt als Architekt dieses Krieges und räumt seinen Posten, nachdem die Demokraten die Wahlen für sich entschieden hatten. Doch einige Investoren fürchten, dass die neue Machtfülle der Demokraten nun zu einer Reihe von Gesetzen führen könnte, die in mehreren Branchen nicht willkommen sein könnten.

Dennoch erzielten die US-Börsen in der vergangenen Woche positive Ergebnisse, die Technologiebörse Nasdaq sogar das beste Ergebnis seit zwei Monaten. Die Nasdaq gewann auf Wochensicht 2,53 Prozent, während der Dow Jones 1,02 Prozent und der breiter gefasste S&P-500 1,22 Prozent höher schlossen.

"Die seit dem Sommer anhaltende Rally basiert auf einer veränderten Sicht der Dinge, nämlich dass die Fed die Zinsen nicht weiter erhöhen muss", sagte Brett Gallagher von Julius Baer. Und nach einer Pause könne die US-Notenbank sogar zu einer Zinssenkung bereit seien. Doch dies sei nur möglich, wenn die Teuerung unter Kontrolle bleibe. "Deshalb glaube ich, dass die Inflationsdaten der wichtigste Faktor sind."

Und in der kommenden Woche stehen eine ganze Reihe von Konjunkturdaten an: Zum Auftakt legt das Arbeitsministerium am Dienstag die Erzeugerpreise vom Oktober vor, am Mittwoch folgt das jüngste Sitzungsprotokoll des Fed-Offenmarktausschusses und am Donnerstag schließen sich die Verbraucherpreise von Oktober an.

Fred Dickson von D.A. Davidson & Co. zeigte sich optimistisch für die Preisindizes. "Ich glaube nicht, dass es da mit Blick auf die Inflation große Überraschungen gibt." Volkswirtschaftler rechnen damit, dass beide Gesamt-Indizes weiter nachgegeben haben. Ein Rückgang wird auch bei den Wohnbaubeginnen des vergangenen Monats erwartet, die am Freitag vorgelegt werden.

Zum sich nähernden Ende der Bilanzsaison legen am Dienstag mehrere Einzelhändler ihre Quartalszahlen vor, darunter die Baumarktkette Home Depot, der Büromarkt Staples und die Billig-Supermärkte Target, TJX und Wal-Mart. Am selben Tag warten die Anleger zudem mit Spannung auf die Einzelhandelsdaten vom Oktober, bei denen ebenfalls mit einem Rückgang gerechnet wird.

Ergebnisse werden im weiteren Verlauf der Woche auch von Limited Brands, Big Lots, Gap, Sears und der Kaffeehauskette Starbucks erwartet sowie von dem Software-Produzenten Intuit und dem Computer-Hersteller Hewlett-Packard.

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