Börsen-Ausblick
Wall Street feiert Erntedank

Die US-Börsen haben in der vergangenen Woche eine Rally erlebt. Die kommende dürfte ruhig verlaufen, glauben Beobachter: Das Erntedankfest (Thanksgiving) steht an; die Händler werden ihre Erträge in der Familie feiern.

HB NEW YORK. Der US-Aktienmarkt steht vor einer Erholungspause. Am Donnerstag sind die Börsen in New York wegen des Feiertages geschlossen. Marktteilnehmer rechnen daher mit einem geringen Handelsvolumen. Allerdings werden am Freitag die Verkaufszahlen von Einzelhändlern mit Spannung erwartet. Der Freitag nach dem US-Erntedankfest Thanksgiving gilt als inoffizieller Start für das Weihnachtsgeschäft. Er ist der erste Test für die Konsumfreude der US-Verbraucher, die eine wichtige Stütze der weltgrößten Volkswirtschaft sind. Darüber hinaus wird am Mittwoch der Konsumklimaindex der Universität von Michigan veröffentlicht.

Zahlreiche Händler dürften die kommende Woche für einen Kurzurlaub nutzen und zu Thanksgiving zu ihren Familien fahren. "Der Handel in der nächsten Woche dürfte ruhig sein", sagte Joe Saluzzi von Themis Trading. Solange die politische Lage ruhig bleibt, erwartet er keine Kursausschläge. Ähnlich äußerten sich andere Experten. "Die Bullen werden müde", sagte Michael Metz, Chefstratege bei Oppenheimer & Co.. "Sie haben ihre Arbeit erledigt, wir hatten diesen verrückten Ansturm. Ich denke, dass jetzt Zeit ist, sich auszuruhen."

Die US-Börsen haben in der vergangenen Woche deutlich zugelegt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verzeichnete sechs Handelstage in Folge Gewinne und schloss auf einem Rekordhoch bei 12.342 Punkten. Auf Wochensicht gewann der Index 1,9 Prozent. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss die Woche mit einem Plus von 1,5 Prozent ab. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 2,4 Prozent.

Allerdings hatten am Freitag die Zahlen zum US-Häusermarkt die Stimmung eingetrübt. Im Oktober haben überraschend wenige US-Amerikaner mit dem Bau von Wohnimmobilien begonnen. Im Vergleich zum Vormonat fiel der Wert um 14,6 Prozent, wie das US-Handelsministerium in Washington mitteilte. Der Einfluss dieser Entwicklung auf den Aktienmarkt ist umstritten. Manche Investoren bezeichneten es als positiv, wenn die US-Notenbank Fed deswegen die Geldpolitik lockert und die Zinsen senkt.

Allerdings zeige die Entwicklung auf dem Anleihemarkt an, dass sich die gesamte Wirtschaft abschwächen könnte, was letztlich auch den Aktienmarkt mit in die Tiefe ziehe, sagte Gary Shilling, Chef des Analysehauses A. Gary Shilling & Co.. "Ja, die Zinsen werden gesenkt, aber der Schaden auf Seite der Gewinne macht das mehr als wett."

Unternehmensnachrichten werden kaum erwartet. Am Montag stehen die Geschäftszahlen der zweitgrößten Baumarktkette Lowe's Companies an. In der abgelaufenen Woche gehörten die Papiere der Branche zu den Verlierern, nachdem der Lowe-Rivale Home Depot und der Haushaltswaren-Einzelhändler Williams-Sonoma ihren Ausblick gesenkt haben und dabei auf die Abkühlung des Häusermarktes verwiesen haben.

Bessere Nachrichten dürften dagegen am Montag von der Luxus-Kaufhauskette Nordstrom kommen. Luxus-Händler zeigten sich zuletzt optimistisch für das anstehende Weihnachtsgeschäft. Nordstrom gehörte zudem im Oktober zu den wenigen Einzelhändlern, die bessere Verkaufszahlen als erwartet vorgelegt haben.

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