Börsen-Ausblick
Wall Street wartet auf Plan für Banken

Anfang der Woche will die US-Regierung ihre Pläne konkretisieren, wie die Banken ihre toxischen Wertpapiere loswerden können. Beobachter glauben, dass diese Nachrichten entscheidend die Kursentwicklung an der Wall Street beeinflussen werden. Außerdem stehen wichtige Konjunkturdaten an.

HB NEW YORK. Dem Aufwärtstrend der US-Börsen steht in der kommenden Woche seine bislang schwerste Belastungsprobe bevor. Die neue amerikanische Regierung will zu Wochenbeginn Einzelheiten vorlegen, wie sie den einheimischen Banken die kritischen Wertpapiere abnehmen will. Dabei schwankt die Stimmung an der Wall Street zwischen Hoffen und Bangen. "Es muss ein gut ausgearbeitetes und glaubhaftes Programm her, damit dieses Problem gelöst wird", forderte Investmentstratege John Praveen. Darüber hinaus warten Anleger auf neue Daten über die US-Konjunktur sowie Unternehmenszahlen aus dem Einzelhandel.

Vor rund fünf Wochen hatte Finanzminister Timothy Geithner zur Verärgerung vieler Börsianer lediglich grobe Züge zur Abnahme fauler Papiere vorgestellt. Daraufhin waren die Kurse an der Wall Street eingebrochen. Analysten betonen, der Plan sei ein wesentlicher Baustein für die Erholung der rezessionsgeplagten US-Wirtschaft. Alles andere seien Hintergrundgeräusche, sagte Eric Kuby von North Star Investment Management. "Das Hauptthema ist: Vertrauen in die Banken." Mit Spannung warten die Anleger vor allem auf Erläuterungen zur Finanzierung des sogenannten Public Private Investment Fund (PPIF) und zur Bewertung der Papiere.

Regierungsvertreter hatten erklärt, der Plan könnte sich möglicherweise am TALF-Programm der US-Notenbank Fed orientieren, mit dem sie direkt die Kreditbedingungen für kleine und mittlere Firmen, Studenten und Autofahrer verbessern will. TALF ist eine Billion Dollar schwer. Die Nachfrage danach war bislang jedoch schwach. Nach Ansicht vieler Marktteilnehmer könnte dies auch dem neuen PPIF-Plan drohen.

Neben den Banken stehen in der kommenden Woche erneut Konjunkturdaten im Blickpunkt. Erwartet werden unter anderem der Auftragseingang für langlebige Güter im Februar und das Verbrauchervertrauen für März am Freitag. Zu den Firmen, die ihre Zahlen vorlegen, gehören unter anderem die Einzelhändler Best Buy, Walgreen und Tiffany & Co. Die Bilanzen dieser Unternehmen dürften weiteren Aufschluss über die Kauffreude der US-Bürger geben.

Am Freitag gaben die US-Börsen vor allem wegen Kursverlusten bei Finanzwerten nach, die von der schwachen TALF-Nachfrage belastet wurden. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verabschiedete sich mit einem Minus von 1,7 Prozent bei 7 278 Punkten ins Wochenende. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss zwei Prozent tiefer bei 768 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 1,8 Prozent auf 1 457 Punkte. Für die gesamte Handelswoche ergibt sich damit ein Plus von 0,7 Prozent beim Dow, von 1,5 Prozent beim S&P und von 1,8 Prozent bei der Nasdaq.

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