Börse Inside
Börsen gewinnen Kampf um MTS

Euronext und Borsa Italiana übernehmen eine knappe Mehrheit an der größten europäischen Anleihehandelsplattform.

cü FRANKFURT/M. Das Monate lange Tauziehen um die Anleihehandelsplattform MTS ist entschieden. Am Freitag bekamen die Vierländerbörse Euronext und die Borsa Italiana in Mailand den Zuschlag. Durch eine Kapitalerhöhung über 125 Mill. Euro übernehmen sie 51 Prozent an der größten elektronischen Bondhandelsplattform in Europa. Der Rest bleibt bei den 51 Banken, denen MTS bislang gehörte.

Für die Übernahme gründen die beiden Börsen ein Joint-Venture, an dem Euronext eine knappe Mehrheit hält. Euronext zahlt für die Übernahme 69 Mill. Euro und Borsa Italiana 56 Mill. Euro. Langfristig wollen die Börsen die Handelsplattform und auch deren zahlreiche Töchter möglichst komplett übernehmen.

Die Börsen mit ihren Chefs Jean-François Théodore (Euronext) und Massimo Capuano (Borsa Italiana) schlugen mit ihrem gemeinsamen Angebot die Cantor-Fitz-Gerald Tochter E-Speed – ebenfalls eine elektronische Anleihehandelsplattform – aus dem Rennen. E-Speed hatte für eine knappe Mehrheit an MTS zuletzt 127,5 Mill. Euro geboten, zeigte sich aber als guter Verlierer: „Wir danken den MTS-Aktionären, dass sie unser Angebot in Betracht gezogen haben“, sagte E-Speed-Chef Howard W. Lutnick .

Anfang März hatte MTS Angebote für eine Übernahme eingeholt. Zunächst hatten 16 Interessenten – darunter die Deutsche Börse – vage Kaufabsichten MTS bekundet. Unter einem neuen Eigentümer erhofft sich die Plattform bessere Wachstumschancen. 1988 hatten Schatzamt und Notenbank in Italien MTS gegründet, um den Handel mit Staatsanleihen liquider und transparenter zu machen. Neun Jahre später wurde MTS privatisiert und von den Banken übernommen, die auf MTS handeln. Im vergangenen Jahr machte MTS einen Umsatz von 60,7 Mill. Euro und einen Gewinn vor Steuern, Abschreibungen und Zinsen (Ebitda) von 8,5 Mill. Euro.

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