Börsen-Rally: Leerverkäufe feiern Comeback

Börsen-Rally
Leerverkäufe feiern Comeback

Für Verkäufer geliehener Aktien waren die Jahre mit steigenden Kurse eine Zeit der Verluste. Doch viele Börsianer glauben, dass die Kurse bald auf dem Gipfel ankommen. Dann sitzen Leerverkäufer am längeren Hebel.
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Gerade der Höhepunkt einer Rally ist für Investoren, die auf fallende Kurse wetten der Moment, wieder auf die Pirsch zu gehen. Das heißt, Aktien zu verkaufen, die man sich im besten Fall nur geliehen hat, um sie später zu einem niedrigeren Kurs zurückzukaufen - also sogenannten Leerverkäufe zu tätigen. „Ich denke, das ist keine schlechte Zeit, Geld für das einzusammeln, was wir tun”, sagt Jim Chanos, Präsident und Gründer von Kynikos Associats und einer der prominentesten US-Leerverkäufer.

Chanos Art, Geld zu verdienen, ist umstritten. Wenn die Aktien steigen, hält man die Shorties, wie sie im Börsenjargon gerne genannt werden, für dumm. Verkaufen sie aber in eine Talfahrt hinein - wie während der Bankenkrise 2007/2008 - stehen sie für die dunkle Seite. Ihm sei es lieber, Anleger für seine Strategie zu gewinnen, wenn Kritiker ihn für einen „Dorftrottel” hielten, denn für einen „bösen Geist”, sagte Chanos.

Vor allem Verkäufe von Aktien, die man nicht einmal geliehen hatte, gerieten im Umfeld der Folgen der Lehman-Pleite ins Visier der Regulierer. Diese sogenannten ungedeckten Verkäufe von Finanztiteln wurden zeitweise sogar verboten.

Dass es in den vergangenen Jahren um die Leerverkäufer still geworden war, lag vor allem an der Rally an den Aktienbörsen. „Jeder, der sich 2013 gegen den laufenden Trend gestellt hat, hatte ein Problem”, fasst Helaba-Analyst Christian Schmidt zusammen.

Einem entsprechenden Index der Credit Suisse zufolge verloren Leerverkäufer im vorigen Jahr 25 Prozent ihres Einsatzes. Wer dagegen auf steigende Kurse gewettet und Aktien gekauft hatte, konnte mit einem Gewinn von beispielsweise mehr als 25 Prozent im Dax aufwarten.

Dieser Trend dürfte 2014 auch in Europa nur noch gebremst weiter gehen. Von Reuters befragte Banken und Brokerhäuser rechnen damit, dass der deutsche Leitindex Ende des Jahres bei 10.000 Punkten steht. Seit Jahresbeginn hat der Dax in der Spitze schon gut zwei Prozent gewonnen und ist nur knapp drei Prozent von der technisch und psychologisch wichtigen Fünfstelligkeit und damit dem Kursziel vieler Geldhäuser entfernt.

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  • "Für Verkäufer geliehener Aktien waren die Jahre mit steigenden Kursen eine Zeit der Verluste. Doch viele Börsianer glauben, dass die Kurse bald auf dem Gipfel ankommen. Dann sitzen Leerverkäufer am längeren Hebel." Zuvor wird nochmals richtig Werbung für Aktien gemacht, dass auch der letzte Michel in Aktien investiert, weil es ja keine Alternativen gibt, und dann geht es mithilfe von Goldmann und Co. im freien Fall Richtung Süden.

  • "Für Verkäufer geliehener Aktien waren die Jahre mit steigenden Kursen eine Zeit der Verluste. Doch viele Börsianer glauben, dass die Kurse bald auf dem Gipfel ankommen. Dann sitzen Leerverkäufer am längeren Hebel." Zuvor wird nochmals richtig Werbung für Aktien gemacht, dass auch der letzte Michel in Aktien investiert, weil es ja keine Alternativen gibt, und dann geht es mithilfe von Goldmann und Co. im freien Fall Richtung Süden.

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