Börsenausblick
Dax: Hoffnung ja, Euphorie nein

Die Börse setzt voll auf eine rasche Erholung der Wirtschaft. Ob dies gerechtfertigt ist, werden mehrere Konjunkturdaten in der kommenden Woche zeigen. Die meisten Experten erwarten eine Bestätigung der positiven Trends. Doch nicht alle. Ein Kritiker sagt, die Erholung stehe „auf tönernen Füßen“.

HB FRANKFURT. Die Berichtssaison ist fast zu Ende, nur noch wenige Unternehmen legen Zahlen vor. Umso mehr rücken Konjunkturdaten in den Fokus der Anleger. Sie werden den Ton am deutschen Aktienmarkt angeben. Einige Analysten glauben, dass die Wirtschaftsdaten die Hoffnungen der Anleger auf eine Erholung der Konjunktur nähren werden. "Das makroökonomische Umfeld hat sich deutlich verbessert, das dürfte dem Markt helfen", sagt zum Beispiel Carsten Klude, Aktienstratege bei MM Warburg.

Seine Kollegen von der Berliner Landesbank schreiben in einem Ausblick, die überwiegend positive Entwicklung bei den Wirtschaftsdaten lasse auf eine Stabilisierung schließen. "Die Bäume dürften aber nicht in den Himmel wachsen", warnen sie. Rückschläge könne es geben, die sollten Anleger nutzen, um vorsichtig zu kaufen. Heinz-Gerd Sonnenschein von der Postbank rechnet damit, dass das Auf und Ab der abgelaufenen Woche weitergeht. "So ganz vertrauen die Anleger ihrem eigenen Optimismus noch nicht." Einen Einbruch erwartet er aber nicht.

Anders Alexander Lukas von der Weberbank. "Die Aktienmärkte stehen auf tönernen Füßen", sagt der Marktbeobachter. Derzeit würden viele Anleger, die nicht investiert sind, auf den "fahrenden Zug" aufspringen; "die steigenden Kurse nähren sich so im Grunde von sich selbst". Jede "kleine gute Unternehmensnachricht" werde von den Investoren dankend aufgenommen. "Blicken wir jedoch hinter die Kulissen, erkennen wir, dass fast alle Firmen nur durch Sparmaßnahmen glänzen konnten."

Lukas vermisst Hinweise auf höhere Umsätze. Positive Unternehmensergebnisse würden also nicht auf einer Nachfrageerholung basieren. "Wir sehen die Gefahr, dass viele Anleger mit engen Stop-Loss-Limiten arbeiten und so die Kurse sehr schnell wieder fallen könnten, wenn diese Limite erreicht werden." Erste Anzeichen einer Korrektur hat der Beobachter bereits wahrgenommen.

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