Börsenausblick
Optimisten klammern sich an den Pessimismus

Die Börsen starten in die Woche, ohne dass sich die Aussichten nennenswert aufhellen. Der letzte Kurseinbruch an den Aktienmärkten hat die Stimmung extrem getrübt. Eine Umfrage unter Privatinvestoren in den USA ergab zuletzt: Mehr als 70 Prozent beurteilen die Lage an den Börsen für die nächsten sechs Monate pessimistisch. So hoch war dieser Wert seit der ersten Erhebung im Jahr 1987 noch nie.

FRANKFURT. Einen Hoffnungsschimmer macht allerdings der Aktienstratege Andreas Hürkamp von Dresdner Kleinwort aus. Das monetäre Umfeld der Aktienmärkte habe sich seit dem Herbst 2008 deutlich verbessert. Dieser Aspekt werde von den Investoren derzeit unterschätzt. Er nannte als Begründung den deutlich gesunkenen Interbankensatz Euribor und die zuletzt erneut stärker gewachsene Geldmenge. Ab dem zweiten Quartal, so sagt es Hürkamp voraus, bringe die lockere Geldpolitik Rückenwind. Dies könne die Stabilisierung der Märkte einleiten.

Trotz solcher Überlegungen beginnt der Deutsche Aktienindex (Dax) diese Handelswoche auf einem neuen Jahrestief bei 3 666 Punkten. Dies entspricht gleichzeitig dem tiefsten Stand seit dem ersten Quartal 2003. Die Marke von 4 000 Punkten hat der Dax bereits seit zehn Handelstagen unterschritten. Erholungsversuche waren in diesem Zeitraum regelmäßig nach nur einem Tag beendet - zuletzt am Mittwoch der abgelaufenen Woche. Die Euphorie wegen eines vermeintlichen neuen Konjunkturpakets in China erwies sich als Eintagsfliege, und die Pessimisten setzten sich prompt am nächsten Morgen wieder durch.

"Die Gewinnaussichten und die Stressindikatoren haben sich verschlechtert", stellte der Investmentexperte Joost van Leenders von Fortis Investments nüchtern fest. Immer mehr Unternehmen kauften mittlerweile keine eigenen Aktien zur Kurspflege mehr zurück, sondern emittierten neue, um so die Eigenkapitalquoten zu verbessern: "Wir gehen davon aus, dass das eine Belastung für den Aktienmarkt ist", urteilt van Leenders in seiner Markteinschätzung.

Die Berichtssaison geht langsam zu Ende. Unter den wichtigen Bilanzen ragen Versorger Eon am Dienstag mit Gesamtjahreszahlen sowie die Lufthansa und der frischgebackene Dax-Neuling Hannover Rück am Mittwoch hervor. Der Versicherungskonzern wird seinen Eintritt in die erste Börsenliga voraussichtlich mit roten Zahlen einleiten. Bilanzen werden zudem erwartet von Airbus-Mutterkonzern EADS am Dienstag und vom französischen Einzelhändler Carrefour am Donnerstag.

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