Börsenausblick
Wall Street droht Fortsetzung der Talfahrt

Den US-Börsen drohen auch in der kommenden Woche kräftige Verluste. Anleger schauen dabei vor allem auf die erwarteten Konjunkturzahlen. Sie dürften das Abrutschen der weltgrößten Volkswirtschaft in die Rezession nur bekräftigen. Im Falle der angeschlagenen US-Banken hoffen die Börsianer auf Finanzminister Timothy Geithner.

HB NEW YORK. Es bleibt die Unsicherheit, wie es mit den angeschlagenen Banken wie Citigroup und den Autobauern wie der Opel-Mutter General Motors weitergehen soll. Anleger hoffen, dass US-Finanzminister Timothy Geithner die Märkte bald über das weitere Vorgehen der Regierung im Bankensektor informieren wird. Kernfragen bleiben, wie mit den faulen Wertpapieren bei den Banken umzugehen ist und welchen Umfang sie haben.

Von Börsianern mit Spannung erwartet wird ein Treffen in Detroit zwischen Präsident Barack Obamas Auto-Team und Vertretern von GM, Chrysler sowie der Autogewerkschaft UAW. GMs eigene Buchprüfer hatten vergangene Handelswoche Zweifel an der Überlebensfähigkeit des Konzerns geäußert. Eine Pleite der Opel-Mutter hätte weitreichende Folgen: Nach Einschätzung des Chefvolkswirts der Deutschen Bank in den USA würde der Bankrott nicht nur viele Arbeitsplätze kosten, sondern auch das amerikanische Bruttoinlandsprodukt um vier Prozentpunkte drücken.

Bei den für Donnerstag und Freitag erwarteten Konjunkturdaten rechnen Analysten mit einem Rückgang des Einzelhandelsumsatzes im Februar um 0,5 Prozent nach einem überraschenden einprozentigen Anstieg im Vormonat. Auch für die vorläufigen März-Zahlen zum Verbrauchervertrauen und die Januar-Handelsbilanz werden schwächere Daten erwartet.

Vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank in der folgenden Woche will Fed-Chef Ben Bernanke am Dienstag auf einer Veranstaltung des Council of Foreign Relations eine Rede halten. Anleger werden vor allem auf Äußerungen über die Lage der Wirtschaft und der Banken achten. Aufschluss über die Kauflaune der Verbraucher könnten auch die Quartalszahlen des Büroartikel-Händlers Staples geben, die am Mittwoch veröffentlicht werden sollen.

Zum Wochenausklang waren die US-Börsen uneinheitlich aus dem Handel gegangen: Der Dow-Jones-Index der Standardwerte und der breiter gefasste S&P-500 drehten kurz vor Schluss ins Plus. Den Ausschlag gab ein später bestätigter Zeitungsbericht, wonach die britische Regierung milliardenschwere Vermögenswerte der Großbank Lloyds absichern will. Der Dow Jones schloss 0,5 Prozent höher bei 6626 Punkten. Der S&P legte um 0,1 Prozent auf 683 Zähler zu. Beide Indizes notieren jedoch weiter auf dem tiefsten Niveau seit zwölf Jahren. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel am Freitag um 0,4 Prozent auf 1293 Punkte, dem tiefsten Stand seit sechs Jahren.

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