Börsenausblick
Wall Street schüttelt Euro-Sorgen ab

Die Schuldenkrise in Europa ist längst nicht überwunden - aber die Anleger hält sie auch nicht mehr vom Aktienkauf ab. Europa rückt für die US-Börse in den Hintergrund und die Kurse dürften nach der besten Woche seit einem Monat auch in der kommenden Woche steigen.
  • 3

HB NEW YORK. Europa rücke in den Hintergrund, sagt der Chef-Volkswirt von Horizon Investments, Jeff Roach. Von Interesse seien wieder mehr makroökonomischen Daten. Exemplarisch wurde dies in der vergangenen Woche. Trotz der Sorgen über Europa ging es für die US-Börsen nach oben und die Anleger scheinen von der Nachhaltigkeit dieses Trends überzeugt.

"Wenn die Dinge bei schlechten Nachrichten nicht auseinanderfallen, dann weiß man, dass der Markt nicht länger verwundbar ist", sagt der Händler Randy Frederick vom Schwab Center of Financial Research. Am Markt herrsche eine robuste Grundstimmung. Die jüngste Widerstandsfähigkeit stimme die Investoren positiv. Dies könnte möglicherweise nicht bis Ende Januar anhalten, aber für dieses Jahr sehe es gut aus.

Die Wall Street hatte vor allem wegen der nachlassenden Sorgen über einen Domino-Effekt in Europas Schuldenkrise am Freitag ihre beste Woche seit einem Monat beendet. Die Anleger stützten sich vor allem auf Konjunkturdaten wie etwa den positiven Auftakt des Weihnachtsgeschäfts im Einzelhandel. Für die Woche ergab sich beim Dow ein Plus von 2,6 Prozent, beim S&P von drei Prozent und beim Nasdaq-Index von 2,2 Prozent. Der Volatilitätsindex, ein Barometer für die Angst der Anleger, fiel auf seinen tiefsten Stand seit April.

In der kommenden Woche haben sich die Investoren allerdings vergleichsweise wenig Konjunkturdaten im Terminkalender notiert.

Am Dienstag steht die halbjährliche Prognose des Institute for Supply Management für die Industrie und Dienstleistungsbranche an. Am Mittwoch und Donnerstag folgen Immobilien- und Arbeitsmarktdaten, bevor am Freitag unter anderem die Im- und Exportpreise für November und das Handelsdefizit für Oktober folgen.

Die Portfolio-Manager werden zum Jahresende weiter auf Überflieger setzen. Sie versuchen, Boden gutzumachen, sagt der Investment-Stratege Jeffrey Saut von Raymond James. Sie müssten gute Arbeit abliefern: Ihre Boni und vor allem ihre Jobs stünden auf dem Spiel.

Kommentare zu " Börsenausblick: Wall Street schüttelt Euro-Sorgen ab"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Die Wall Street richtet sich jetzt nach den Konjunkturaussichten in den USA, sowie möglicherweise nach den chinesischen inflations- und immobiliensorgen. Das laufende Umkippen der Euro-Dominos hingegen ist wohl mittlerweile eingepreist. Erst ein Ende der Eurosituation könnte die Wall Street erneut beeinflussen.

  • @1] KeinEuropäer
    und das ist gut so!

  • Hb:"Die Schuldenkrise in Europa ist längst nicht überwunden - aber die Anleger hält sie auch nicht mehr vom Aktienkauf ab."
    ---
    Wo sollen die Anleger auf der Jagd nach Rendite denn sonst noch reingehen mit ihrem anzulegenden Kapital?
    Anleihen will niemand mehr, viele wollen ünbedingt raus aus den Anleihen, finden aber keine Käufer mehr, die den Schrott aufkaufen. Also bleiben als Realwerte ja nur noch Aktien von scheinbar sicheren Unternehmen übrig.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%