Börsenblogger
„Jetzt ins fallende Messer greifen“

In der Blogosphäre geht es in Zeiten des Börsencrashs besonders lebhaft zu. Die Debatten drehen sich um die beste Anlagestrategie - und um Spekulationen darüber, wer für den Börsencrash verantwortlich ist.
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DüsseldorfBei den Finanzbloggern laufen die Tastaturen heiß: Wie die Marktschreier verkünden sie ihre Anlagetipps, Theorien über die größten Marktbeweger und die Zukunft des Geldes. Dabei tauchen einige überraschende Einschätzungen auf.

Viele unter den Bloggern halten nichts von der Börsenweisheit "Greife nie in ein fallendes Messer". Aktien seien jetzt billig, der Markt überverkauft, die Talfahrt irrational. Es wird bald wieder nach oben gehen, glaubt Reuters-Blogger Felix Salmon: "Was die Marktdynamik angeht sind wir jetzt in einer Welt der fallenden Messer. Hier werden keine Risiken mehr eingepreist: Das ist lediglich ein Markt der Trader, und der fügt maximal vielen Menschen den maximalen Schmerz zu."

Wenn wieder mehr Rationalität in den Markt kommt, sollten Anleger seiner Meinung nach dabei sein. "Die Welt ist nach der Herabstufung der USA weniger vorhersehbar und unsicherer. Heißt das, dass amerikanische Aktien 20 Prozent weniger wert sind als zu ihrem Höhepunkt? Nein, und das ist ein Grund dafür, warum ich diese Kursbewegung als einen 20-Prozent-Rabatt einschätze, nicht als ein bevorstehendes wirtschaftliches Armageddon." Verkaufen Sie Anleihen, rät Salmon. Aufgrund der Panik seien die derzeit teuer. Mit dem Erlös sollten Anleger in Aktien gehen.

Bitte kein Drama

Auch Börsenurgestein Burton Malkiel schüttelt den Kopf über die Panik an den Märkten. Der Princeton-Professor war viele Jahre Direktor der Investmentfirma Vanguard. Auch er empfiehlt, das Portfolio neu auszubalancieren: Wer durch steigende Kurse für Anleihen und fallende Aktienkurse jetzt zu stark in Rentenpapieren investiert ist, sollte sich überlegen, in zu Aktien umschichten - je nach Risikofreude und Anlagehorizont. US-Werte sieht er, trotz Konjunkturängsten und Herabstufung der Kreditwürdigkeit, als sicher an: "Niemand ist jemals reich geworden, wenn er gegen das Glück der USA gewettet hat, und ich bezweifle auch, dass das in Zukunft so kommen wird. Das ist nach wie vor die flexibelste und innovativste Volkswirtschaft der Welt."

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"Der Markt kotzt nicht"

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