Börsensommer zu Ende
Dax-Ausblick: Die Flaute hält an

Die Sommerpause an den Aktienmärkten geht kommende Woche zu Ende. Damit dürften sich auch die Börsenumsätze wieder beleben, nicht aber die Kurse. Ein Ende der Flaute am deutschen Aktienmarkt ist nach Einschätzung vieler Analysten vorerst nicht in Sicht.

HB FRANKFURT. Nach dem US-Feiertag „Labor Day“ am Montag endet traditionell der bewegungsarme und richtungslose Sommerhandel. Erst mit ordentlichen Volumina entstehen auch wieder verlässliche Trends, sagen Händler. Am Freitag hat der von der Universität Michigan erfasste Index zum Verbrauchervertrauen im August dem Dax noch einmal auf die Sprünge geholfen. Offenbar ist das Verbrauchervertrauen in den USA stärker als gedacht; der Anstieg nährte somit Hoffnungen auf ein Ende der Konjunkturflaute in den USA. Der Dax kletterte über 6 440 Punkte.

Technische Analysten sind für die kommenden Tage leicht „bullish“. Dem Dax sei eine Bodenbildung rund um 6 400 Punkte gelungen. Als nächstes stehe ein Test des Widerstands bei 6 600 Zählern an. Sollte dieser gelingen, dürfte im Herbst wieder die „7“ vor dem Börsenbarometer stehen.

Doch viele andere Experten zweifeln, ob der Schwung auch für die kommende Woche reicht. „Die freundliche Tendenz wird sich in der neuen Woche kaum fortsetzen“, sagt Aktienstratege Carsten Klude von MM Warburg. „Die anstehenden Konjunkturdaten sollten für Ernüchterung sorgen.“ Auch die Experten der Landesbank Berlin halten Zurückhaltung für angebracht. „Den Marktteilnehmern fehlt angesichts der anhaltenden Probleme an den Finanzmärkten sowie der schwachen Konjunktursignale aus der Eurozone die Überzeugung, dass sich ein baldiges Ende der schwierigen Börsenphase abzeichnen könnte.“

Über die Woche hinaus zeichnet Klude ein düsteres Bild für den Aktienmarkt. „Der Optimismus bezüglich der Unternehmensgewinne ist nicht gerechtfertigt. Wir bewegen uns nahe einer Rezession. Daher ist ein Rutsch des Dax unter 6 000 Punkte zum Jahresende möglich.“

Echte Marktthemen sind noch rar. Nach dem Ende der Berichtssaison liegt der Fokus ausschließlich auf Konjunkturdaten. Und derer gibt es einige in der kommenden Woche. Unternehmensdaten laufen dagegen weiter kaum auf, lediglich die Fluglinien veröffentlichen geschlossen ihre Verkehrszahlen. Dies könnte die Branche wieder in den Fokus der Anleger rücken.

Zudem dürfte auch die „Rückkehr von M&A“, also von Übernahmespekulationen, eine Rolle spielen. „Die Übernahme von Conti und Epcos hat gezeigt, dass Aktiengesellschaften so günstig sind, dass sie von ihren Konkurrenten oder Kunden aufgekauft werden“, sagt ein Händler. Der Markt messe diesen Szenarien eine hohe Wahrscheinlichkeit bei und reagiere auf solche Gerüchte. Bereits in der vergangenen Woche wurden zahlreiche Aktien von Infineon über Hochtief bis Aixtron dadurch nach oben getrieben. Zudem wird der für Sonntag erwartete Verkauf der Dresdner Bank deren Mutter Allianz und andere europäische Finanzaktien beflügeln. „Das dürfte die Haupt-Story der kommenden Woche werden“, so ein Händler.

Auch könnte sich bereits die nächste Berichtssaison der US-Finanzwerte auf die Märkte auswirken. So haben die Analysten der Unicredit festgestellt, dass das Zeitfenster von vier Wochen vor der Veröffentlichung der Quartalsberichte von US-Investmentbanken eine kritische Phase für den Aktienmarkt darstellt. Dieser Zeitraum zeichne sich durch hohe Schwankungsbreiten an den Märkten aus und spiegele damit Sorge und Unsicherheit vor den Daten. Allerdings sehen die Analysten auch eine Stützung für die Märkte durch die auf Buchwert zurückgefallene Bewertung des Bankensektors.

Ausreißer nach jeder Richtung sind mit den zahlreichen Konjunkturdaten zu erwarten. „Nach dem dritten Einbruch des Ifo-Index in Folge ist der Markt sehr empfindlich geworden“, so ein Händler. Vor allem, da die wichtige Erwartungs-Komponente auf ein 15-Jahres-Tief eingebrochen ist. Sie wird als bestimmend für die Investitions- und Einstellungslaune der Unternehmen gewertet. Die deutschen Arbeitslosenzahlen dürften daher die letzten guten dieses Jahrzehnts gewesen sein.

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