Börsenstatistik für Juli ist Grundlage für Entscheidung
Conti-Chancen auf Dax-Rückkehr gestiegen

Die Chancen des Automobilzulieferers Conti, für den Finanzdienstleister MLP in den Deutschen Aktienindex (Dax) aufzurücken, sind durch den jüngsten Kurssprung weiter gestiegen. Trotzdem rechnen Index-Experten mit einem Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Conti und dem Internetanbeiter T-Online.

Reuters FRANKFURT. „Die Entscheidung ist sehr schwer vorauszusagen. Mein Favorit ist aber Conti, schließlich würde mit T-Online die Technologielastigkeit des Dax weiter wachsen“, sagte Claudia Volk, Analystin bei der WestLB, am späten Donnerstagnachmittag.

An diesem Abend schließt die Börsenstatistik für Juli, auf deren Grundlage die Börse am 19. April ihre Entscheidung zum Dax fällen wird. Einig sind sich die Experten, dass MLP wegen zu geringer Marktkapitalisierung aus dem Leitindex herausfallen sollte. Waren lange Zeit T-Online und der Nivea-Hersteller Beiersdorf die Aufstiegsaspiranten, so überholte sie Conti - von 1988 bis 1996 schon einmal im Dax - vor kurzem und legte am Donnerstag nach guten Quartalszahlen mit einem Kurssprung von 4,4 Prozent noch einmal nach. Georg Elsaesser, der für HSBC Trinkaus & Burkhardt Indexveränderungen beobachtet, rechnet trotzdem weiter mit T-Online. „Die sind schon länger qualifiziert“, sagte er.

Contgi und T-Online Kopf an Kopf

Aufsteigen kann in den Dax, wer nach Börsenwert und Börsenumsatz zu den 35 größten deutschen börsennotierten Unternehmen gehört. Nach Berechnungen verschiedener Analysten rangierte Conti am Donnerstag auf nach Marktwert auf Platz 27 und nach Börsenumsatz auf Position 34. T-Online nimmt die Stellen 28 und 31 ein. Beiersdorf rangiert nach Börsenwert hinter beiden. Da das Regelwerk der Deutschen Börse nur Richtlinien aber kaum harte Vorgaben für eine Entscheidung enthält, müssen sich Beobachter bei einem so engen Rennen mit weichen Kriterien behelfen. „Die Frage ist, ob die Börse bereit ist, ihr Zugpferd aus dem TecDax zu nehmen“, sagte Volk.

T-Online ist in dem vor wenigen Monaten geschaffenen Nachfolger des Neuen Marktes der größte und international bekannteste Wert. Andere Analysten wenden ein, es sei auch unglücklich, dass die T-Online-Mutter Telekom bereits im Dax sei. Dem hält Elsaesser entgegen: „Es kann doch für ein Unternehmen kein Malus sein, aus dem TecDax zu kommen. Und bei Siemens und Infineon stört es ja auch niemanden, dass Mutter und Tochter im Dax sind“, sagte er.

Für Christian Stocker indes spielt der Branchenmix des Dax eine wichtige Rolle, schließlich soll der Index auch versuchen, die deutsche Volkswirtschaft abzubilden. „Daher rechne ich eher mit Conti“, sagte Stocker. Ähnlich sieht es sein Kollege Carsten Klude von MM Warburg.

Einigkeit herrscht in Sachen MLP. Elsaesser sieht den Finanzdienstleister nach dem Kursrutsch der vergangenen Monate nach Marktwert auf Platz 43. Da MLP außerdem die Kriterien schon lange nicht mehr erfüllt, sind die Indexbeobachter über einen Abstieg des Heidelberger Unternehmens einer Meinung.

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