Börsenübernahme
OMX erweitert nordeuropäisches Bündnis

Der nordeuropäische Börsenbetreiber OMX greift nach der isländischen Börse in Reykjavik. Wie das Unternehmen am gestrigen Dienstag bekannt gab, sei eine entsprechende Absichtserklärung mit dem Eigner der isländischen Börse, Eignarhaldsfelagid Verdbrefathing (EV), unterzeichnet worden. Der Kaufbetrage liege bei 250 Millionen Kronen. Die OMX, die bereits die Börsen in Stockholm, Helsinki, Kopenhagen sowie in den baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen betreibt, bietet für die Übernahme 250 Mill. Kronen (27,5 Mill. Euro). Der Kauf soll noch vor Jahresende abgeschlossen werden.

hst STOCKHOLM. Obwohl die Börse in dem Inselstaat im Nordatlantik mit 30 Mitarbeitern und einem Eigenkapital von 62 Mill. Kronen ein sehr kleiner Player in der europäischen Börsenlandschaft ist, hat sie für die OMX eine strategische Bedeutung. „Wir wollen einen integrierten nordeuropäisch-baltischen Börsenmarkt schaffen“, erklärte ein OMX-Sprecher. In Reykjavik sagte der Chef der isländischen Börse, Thordur Fridjönsson, er hoffe, dass durch den Deal der Handel mit isländischen Aktien steigen werde.

Nach der Übernahme der Börse Reykjavik fehlt der OMX nur noch die Zustimmung der norwegischen Börse in Oslo. Diese hat trotz mehrfacher Vorstöße der OMX bislang einen Einstieg in das nordische Bündnis abgelehnt.

Nach Meinung von Analysten könnte die Übernahme der isländischen Börse die Integration von Oslo beschleunigen. Ein Sprecher der norwegischen Börse bestätigte am Dienstag jedoch noch einmal den Wunsch, unabhängig zu bleiben.

Die OMX plant noch im Herbst einen gemeinsamen nordeuropäischen Index. Der Börsenbetreiber verspricht sich von dem Schritt eine größere Transparenz und ein höheres Handelsvolumen mit Aktien unbekannterer Unternehmen.

Die OMX gilt als moderner Börsenbetreiber. In jüngster Zeit gab es mehrfach Spekulationen, dass die New Yorker Nasdaq ein Interesse an ihr habe. Die beteiligten Unternehmen haben bislang jeden Kommentar dazu abgelehnt. OMX-Chef Magnus Böcker hatte dem Handelsblatt jedoch mehrfach erklärt, er beobachte die Konsolidierung der Börsen „mit großem Interesse und aus nächster Nähe“.

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